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Klez.e - Desintegration

Klez.e - Desintegration
Staatsakt/Universal
Format: CD

"Schaut wie es überall auf der Erde explodiert, schaut wie der Teufel geflügelt aus uns zielt, wie uns das Ende dieser Welt fasziniert. Oh du fröhliches Reich", heißt es in "Shhwarz" (und das wird wirklich so geschrieben). "So kalt, arrogant, wir erleben eine neue Distanz. All die Narben, auf deinem Sand, deine Welt brennt schon lang" in "November". Tobias Siebert stimmt auf dem ersten Klez.e-Album seit sieben Jahren keine fröhlichen Lieder an.

Er singt von vor der Wende ("Früher da im Osten wollte ich in Wedding sein" singt er in "Mauern") und dem Mauerfall bis heute, er singt von "Trümmern vor dem Haus", in dem Kinder spielen ("Drohnen"), vom "Lobbyist" und "Flammen". Und das alles verpackt der gute Mann, der nicht nur Klez.e ist, sondern der auch Delbo und And The Golden Choir in seiner Vita stehen hat und der Enno Bunger, Phillip Boa und Slut produzierte, in kalte, aber atmosphärische Musik zwischen Wave, Pop und Post-Punk, zwischen Trümmer und The Cure (deren Album "Disintegration" erschien übrigens auch ebenfalls 1989...). Er verpackt es in intensive, eindringliche Lieder ohne Grenzen und doch in einem Rahmen. Einem düsteren, fast schon depressiven Rahmen, in dem aber plötzlich sogar Chansons-Momente ("Nachtfahrt") ihren Platz haben, laute Gitarren und Depeche Mode-Referenzen ("Flammen") und gespochene Texte über reduzierte Musik ("Requiem"). Und das alles zusammem? Ergibt ein wahnsinnig ergreifendes, wahnsinnig interessantes Album, auf dem man nicht mit jedem Wort einverstanden sein muss, auf dem man sicher aber jedes Wort anhören sollte.



-Mathias Frank-




 
 
 

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