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Fettes Brot - Gebäck In The Days (1992 - 2000)

Fettes Brot - Gebäck In The Days (1992 - 2000)
Fettes Brot Schallplatten/Groove Attack
Format: CD

War früher alles besser? Sicher nicht. Nicht mal im Deutschrap? Auch nicht. Aber es war trotzdem eine geile Zeit. Als das Ding erstmals wirklich groß wurde, als Bands wie Der Tobi und das Bo, Fischmob und auch Fettes Brot Neues erfanden. Und seit dem vielleicht nie mehr so gut wie am Anfang waren...

Beispiel Fettes Brot. Über vieles, was die Band in den letzten Jahren gemacht hat, kann man diskutieren, manches war einfach doof, einiges weiterhin stark. Doch so aufregend wie in den 1990er Jahren sind sie heute irgendwie nicht mehr. Und genau diese Alben kommen nun als "Gebäck In The Days" neu raus. "Mitschnacker" zum Beispiel, die erste EP, der Startschuss, die Heimat des ersten Ausrufezeichens namens "Definition von Fett". Für die Wiederveröffentlichung wurde dieses feine Teil mit sieben Bonus-Tracks gepimpt, MC Rene und Der Tobi & Das Bo machen mit und wer mal wissen möchte, wie das alles begann, der macht damit rein gar nichts falsch. Weil Sachen wie das lässig-kräftige "Schwarzbrot-Weißbrot" oder das aufregende "Schlecht" auch heute noch ziemlich kicken und weil sie zeigen, wie Fettes Brot als junge RAP-Band klangen.

Nicht weniger später, 1995, dann erschien "Auf einem Auge blöd" und was nach den Abstürzenden Brieftauben klang, war schon wieder allerfeinster deutscher HipHop. Ob die Party-Nummer "Meh' Bier", das gechillte "Männer", das poppige "Frikadelle am Ohr" oder natürlich der Klassiker "Nordish By Nature", den es hier in der neun Minuten lange Original-Version gibt. Und dann auch noch mal als überragende Gänsehaut-Live-Version auf der zehn Songs starken Bonus-CD. Alleine für diese Nummer muss man sich das Ding kaufen, kein Witz. Dass auch der Rest hemmungslos bockt, auch wenn man damals nicht dabei war, spielt da schon fast keine Rolle mehr...

Anschließend dann wurde der Durchbruch gefeiert. Fettes Brot veröffentlichten "Außen Top Hits, innen Geschmack" - und hielten Wort. Denn nicht nur, dass sich mit unter anderem Jan Delay, Dendemann, Max Herre, Blumentopf und Der Tobi & das Bo die ultimative HipHop-Elite beteiligte, mit Songs wie "Silberfische in meinem Bett" und natürlich "Jein" sorgten sie für für mächtig Wirbel. Den sie mit "Fettes Brot lässt grüßen" dann nicht mehr so wirklich aufrecht erhalten konnten. Sagt die Erinnerung und sagt der Blick auf die Tracklist. "Können diese Augen lügen" als Single? Irgendwie verdrängt. Genau wie "Lieblingslied". Sicher, schön, aber keine Top Hits - und zum schlimmen "Viele Wege führen nach Rom" sagen wir besser nix. Besser: Mit Tocotronic haben sie Bananarama gecovert und aus "Robert De Niro's Waiting" "Nicolette Krebitz wartet" gemacht. Und Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich machen auf dem Album auch noch mit. Es war also auch hier nicht alles schlecht, wie früher eben auch nicht alles besser. Wohl aber einiges...



-Mathias Frank-


Video: "Definition von Fett"
Video: "Silberfische in meinem Bett"


 
 
 

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