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Elif - Doppelleben

Elif - Doppelleben
Universal
Format: CD

Bekanntlich ist das zweite Album ja gemeinhin das Schwerste. Insbesondere dann, wenn es gilt - wie im Falle von Elif - dem Erwartungsdruck eines erfolgreichen Debüts gerecht werden zu müssen, den mit dem ersten Album begonnenen Selbstfindungsprozess zu konkretisieren und gleichzeitig eine persönliche Bestandsaufnahme festzuhalten und daraus eine Zukunftsperspektive zu entwickeln. Das im Titel des Werkes thematisierte "Doppelleben" bezieht sich darauf, dass die junge Songwriterin aus Berlin ein Doppelleben zwischen ihrer Identität als professionelle Songwriterin und der Privatperson Elif führen mustte - in einem Bereich, der eben nicht konkret das eine oder andere sein konnte, sondern irgendwie "Schwarz-Weiß-Grau" gewesen sein muss.

Das alles mag dazu geführt haben, dass das neue Material - obwohl musikalisch zuweilen recht üppig aufgebohrt - noch eine Spur melancholischer und nachdenklicher ausgefallen ist, als jenes des Debüt-Albums. So richtig fröhlich jedenfalls wird es da niemals, in den Elif'schen Schattenwelten. Allerdings wird es auch nie so richtig lustig - und das ist gut so, denn damit setzt Elif dann auf Aufrichtigkeit und nicht auf Comedy. Dazu gehört auch, dass nicht jede Textzeile in einen Knüppelreim umgebogen werden muss, damit es passt, sondern auch mal textliche Fragezeichen oder Andeutungen im Raum stehen bleiben. Musikalisch spielt sich das Ganze weitestgehend im Rahmen von Akustik-Balladen ab, die indes zum Teil - wie auch die Up-Tempo-Nummern - von den Produzenten Tim Morten Uhlenbrock und Jens Schneider betont poppig in Szene gesetzt wurden. Die notwendige Dramatik kommt dabei weniger von druckvollen Gitarrenläufen, als vielmehr von geschickt platzierten, orchestralen Arrangements. Besonders radikal ist das alles nicht angelegt - dafür aber schlüssig auf Elifs brüchigen Flüstergesang zugeschnitten. Am Ende kommt dabei eine glaubwürdige, persönlich gefärbte Singer-Songwriter-Pop-Scheibe heraus, die jenen der zur Zeit angesagten, musikalisch ähnlich ausgerichteten männlichen Counterparts eine interessante weibliche Perspektive entgegensetzt.



-Ullrich Maurer-




 
 
 

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