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Tonträger-Review
 
Anastacia - Freak Of Nature

Anastacia - Freak Of Nature
Epic/Sony Music
Format: CD

Anastacia ist einer der wenigen internationalen Superstars. Ganz einfach deshalb, weil sie sich als all-american Girl gibt, aber trotzdem smart genug ist, über den Tellerrand zu schauen und deshalb auch in Europa eine gute Figur zu machen, sei es auf der Konzertbühne, bei den MTV Awards oder als schlagfertiger Gast bei Harald Schmidt. Abgesehen davon ist es natürlich auch einfach, Miss Newkirk zu mögen: Sie hat die gleiche bluesy Soul-Stimme wie Tina Turner, setzt sie aber geschickter ein, sieht obendrein noch besorgniserregend gut aus und scheint trotz mehr als fünf Millionen verkaufter Tonträger ihres Debüts "Not That Kind" überraschend bodenständig und unbeschwert geblieben zu sein. Nur sind aber auch Superstars leider nicht unfehlbar, wie Anastacias zweites Album beweist. Stimmlich merklich zurückgenommen, (dem US-Formatradio war ihre Vokalakrobatik auf Album Numero eins wohl zu extravagant), ist "Freak Of Nature" zu sehr ein Album nach dem Baukastensystem mit viel 80s-Disco-Flair bei den Uptempo-Nummern, um wirklich restlos überzeugen zu können. Die dick aufgetragenen Herzschmerz-Balladen mit Plastik-Emotionen à la "You'll Never Be Alone" dagegen hätten auch bereits vor 15 Jahren von Whitney Houston gesungen werden können, was bedeutet, daß Anastacia hier ihre großartige Stimme für oberflächliche Tränenschocker verschwendet - und das ist schade. Wirklich gelungen sind dagegen die halbakustischen, langsamen R&B-Nummern wie "Overdue Goodbye", "Dreamed You" oder "How Come The World Won't Stop", mit denen sich Anastacia in der gleichen Abteilung wiederfindet, die TLC schon vor Jahren mit "Waterfalls" und "Unpretty" Welterfolge bescherte. Doch dazwischen finden sich einfach zu viele 08/15-Soul-Popsongs, die bestenfalls Filler-Qualitäten haben, aber mit Sicherheit nicht dazu beitragen werden, Anastacia auf den Thron der "Queen Of Pop" zu hieven, auf dem sie ein Großteil der Journaille nach ihrem Debüt schon gesehen hatte. Miss Newkirk wird sich in Zukunft etwas einfallen lassen müssen, sonst wird man sich wohl an den ganzen Wirbel um ihre Person in Kürze nur noch als Sturm im Wasserglas erinnern.


-Carsten Wohlfeld-




 
 
 

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