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Sinead O'Connor - Sean-Nos Nua

Sinead O'Connor - Sean-Nos Nua
Roadrunner/Universal
Format: CD

Sinead O'Connor auf der Suche nach ihren Wurzeln. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen und dann dabei bedenken, dass sie sich ja ständig den Kopf schert - hm. Egal: Auf dem eher für härtere Töne bekannten Label Roadrunner fällt diese blumenhaft-leichtfüßige CD doch ein wenig aus dem Rahmen. Es gibt - s.o. - Irish Folk. Althergebrachtes also, von Sinead neu interpretiert (so in etwa auch der gälische Titel). Im Prinzip hat die Gute indes mit den Songs nicht besonders viel gemacht. Die meisten Stücke kommen pur und akustisch ohne jedweden Firlefanz aus - bis auf einen z.T. enormen Hall auf den Vocals. Das gibt dann einigen Stücken so eine Art Pop-Kick - denn so etwas ist man aus der spröden Welt der Folklore natürlich nicht gewohnt. Co-produziert hat die Scheibe Adrian Sherwood - was dann auch den dezenten Dub-Touch bei einigen Stücken (u.a. den wenigen Cuts mit Rhythmus Gruppe) erklärt. Dass hier überhaupt einige jamaikanische Musikanten gebeten wurden, ihren Beitrag zu leisten, hat aber nicht nur soundtechnische Gründe. Es ist wohl so, dass man in grauer Vorzeit irische Strafgefangene nach Jamaika verbannte (so wie die Engländer ihre Knackis nach Australien versandten). Wenn diese dann mal zurückkehrten (wenn es sowas gab), hatten sie den Reggae im Blut (pardon - den südländischen Rhythmus), den sie dann wiederum ins heimische Liedgut einfließen ließen. Insofern ist das dann auch historisch akkurat und sinnvoll. Ansonsten bleiben die z.T. wunderschönen irischen Folk-Melodien, Texte um Sehnsucht, Leid, Tod, Verderben und unmögliche Liebschaften, sowie Sinead's gewohnt lamentöser Gesang - den man eben mag oder nicht. Heutzutage ist es ja fast schon ein mutiger Schritt, zu versuchen, traditionelles Liedgut jüngeren Generationen beizubiegen. Und insofern ist dieses eine interessante und in Maßen sogar wichtige Scheibe. Immerhin: Weltmusik ist ja nischenweise hip - insofern sei Sinead also viel Glück mit diesem Unterfangen beschieden.


-Ullrich Maurer-




 
 
 

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