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The Beach Boys - Live At Knebworth 1980

The Beach Boys - Live At Knebworth 1980
Eagle Records/edel
Format: CD

Vielleicht liegt es daran, dass die Beach Boys von vielen seit dem 1966er Meisterwerk "Pet Sounds” mehr als das geniale Studioprojekt von Brian Wilson denn als echte Band und Live-Attraktion gesehen wurden - jedenfalls ist der nun erstmals offiziell veröffentlichte Mitschnitt des Auftritts beim Knebworth-Festival vor 22 Jahren erst das dritte legal erhältliche Livealbum der Kalifornier. Und auch wenn die Beach Boys 1980 mit ihren Studioproduktionen nur noch ein Schatten ihrer selbst waren, bei diesem Konzert in England fanden sie noch einmal zu alter Form zurück. Dass hier - zum letzten Mal in England überhaupt - die sechs Musiker, die man gemeinhin als Stammbesetzung der Band identifiziert (Carl Wilson, Dennis Wilson, Al Jardine, Bruce Johnstone, Mike Love und sogar Brian Wilson höchstpersönlich ist mit dabei) zusammen auf der Bühne standen, half an diesem Sommerabend im Jahre 1980 sicherlich. Denn auch wenn Mike Loves pathetische Art, sich in den Vordergrund zu spielen, in einem Showroom in Las Vegas besser gewirkt hätte als bei einem englischen Open-Air mit mehr als 40 000 Besuchern, die Intensität, die in den (ultraschnellen) Versionen von "Darlin'" und "Sloop John B." steckt, oder in dem von einem Mords-Singalong gekrönten "Good Vibrations", erreicht selbst Brian Wilson mit seinen zugegebenermaßen über weite Strecken großartigen Solo-Konzerten der letzten Jahre nicht. Auch die Setlist kann sich sehen lassen: Alle Hits der frühen Jahre, egal ob "Surfin' USA", "I Get Around", "God Only Knows", "California Girls" oder die traditionelle Schlussnummer "Fun, Fun, Fun", sind hier vertreten, ergänzt um einige Kuriositäten (Dennis Wilsons Soloversion von "You Are So Beautiful" schwankt zwischen Genie und Wahnsinn) und (damals) neuere Tracks wie "Lady Lydia" oder "Keepin' The Summer Alive". Und auch wenn das rund 70-minütige Werk, dem in Kürze eine sicherlich ebenso interessante Knebworth-DVD folgen soll, nicht beim Beach-Boys-Stammlabel EMI Capitol, sondern bei Eagle Records erscheint, ist die Aufmachung vom Feinsten: Ausführliche, sehr informative Liner Notes sowie eine Reproduktion des Konzertposters finden wir zusätzlich zu der CD im Pappschuber, dessen einziger Makel die Farbauswahl ist: Pink auf violettem Hintergrund ist nicht gerade leicht zu entziffern. In England meinte dazu bereits jemand, die einzige Erklärung dafür sei, dass der Grafiker, der die Orange-Gelb-Kombination von Brian Wilsons letztem Solo-Livealbum für gelungen befunden hatte, hier eine weitere Chance bekommen hat. Abgesehen davon allerdings eine fast schon erstaunlich runde Dokumentation eines der berühmtesten Beach-Boys-Konzerte überhaupt. Äußerst empfehlenswert!


-Carsten Wohlfeld-




 
 
 

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