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Tonträger-Review
 
Courtney Love - America's Sweetheart

Courtney Love - America's Sweetheart
Virgin
Format: CD

Amerika's Liebling! Nun, ihren Humor hat Frau Love also (im Gegensatz zu den meisten Tassen aus ihrem Schrank) noch nicht verloren. Auch nicht die Fähigkeit, gute Songs zu schreiben. Diese Scheibe enthält mehr potentielle Hits als so mancher Bravo-Sampler! Sicher: Im direkten Vergleich mag man vielleicht attestieren, dass ihre ehemalige Band Kollegin Melissa Auf der Maur vielleicht die intelligentere Scheibe gemacht hat. Das liegt aber lediglich daran, dass Melissa ein wenig organisierter vorgeht und die Sache beinahe mathematisch betrachtet (und das sagt sie selbst, nicht wir!). Dafür haben Courtneys Songs einen ganz entscheidenden Vorteil: Egal mit welchem Klischee sie auch daherkommt (und da gibt es einige): Ihre Songs kommen dermaßen aus dem Bauch (und zielen auch dorthin), dass sie geradezu in Magensäure ertränkt scheinen. Denn Courtney hat etwas, was man weder bezahlen, noch kaputt-fixen kann: Einen untrüglichen Instinkt für die richtige Zeile, das richtige Riff, die richtige Wendung zur richtigen Zeit - jedenfalls in der Musik. Immer exakt dann, wenn man glaubt zu wissen, wie der Song, die CD, das ganze Brimborium weitergehen müsste, kommt ein überraschender Schlenker und - schwupps - hat einen Frau Love wieder an der Angel. Ebenfalls unbezahlbar ist Courtneys Manier, ihre Songs mit autobiographischen Schlenkern zu durchweben. So bieten Tracks wie "Sunset Strip" oder "All The Drugs" ebenso erheiternde wie unverblümte Einblicke in ihr Seelenheil. Und das Schöne dabei: Hier heult sich kein Opfer aus, sondern offensichtlich jemand, dem es Spaß macht, mit dem eigenen Image zu kokettieren und zu spielen. Ständig singt sie z.B. davon, auf der Spitze der Welt oder im Zentrum des Universums zu tanzen. "Courtney hat alles unter Kontrolle" lautet die Botschaft der CD. Musikalisch geht es hier etwas ruppiger zu als auf der letzten Hole Scheibe (Patty Schemel ist noch mit dabei), weil Courtney den Garagenrock der 60s für sich entdeckt hat, aber den typischen Pop-Kick, der nun mal den X-Faktor einer jeden Love Scheibe ausmacht, gibt es natürlich immer noch. Bezeichnend, dass sie sich in den Liner-Notes ausgerechnet bei Paul McCartney und Plant / Page bedankt. Genau genommen, und im Detail nachvollzogen, klingen diese Inspirationen auf dieser Platte tatsächlich deutlicher durch, als dies eigentlich möglich wäre. Sehr viel cooler kann man Scheiben dieser Art eigentlich nicht machen.


-Ullrich Maurer-




Hinweis:
Tonträger mit Kopierschutz, läuft evtl. nicht bzw. nur eingeschränkt in CD-ROM/DVD-Laufwerken.



 
 
 

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