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Tonträger-Review
 
Matthew Ryan - Concussion

Matthew Ryan - Concussion
One Little Indian/Zomba
Format: CD

Es scheint die Zeit der unpassenden Tonträger-Titel zu sein. Eine Gehirnerschütterung setzt ja irgendeine ziemliche Erschütterung voraus - und zumindest musikalisch kann man das nicht so recht nachvollziehen. Es gibt nämlich vorwiegend sehr ruhige, akustisch orientierte Songs, zu denen Ryans hingehauchte, lamentöse Stimme passt, wie der Stöpsel in den Ausguss. Das Ganze hat aufgrund dieses intimen Charakters etwas von einer Beichtsituation: Man hat das Gefühl, dass der Künstler dem Zuhörer seine Vergehen und Fehltritte nahebringen will. Matthews Musikverständnis macht man dabei am ehesten an zwei zentralen Tracks fest: Der in der musikalischen Struktur kaum wiederzuerkennenden Clash Klassiker "Someone's Got Murdered" und das Duett "Devastation" mit Lucinda Williams (die gesagt haben soll, dass das einer der besten Tracks sei, die sie je gehört habe). Es sind hier eine sehr eigenes Selbstverständnis und ein bedrohliches Gefühl der Verzweiflung, die zu einem zunächst unscheinbaren, dann aber doch sehr eindringlichen Dokument eines sehr erfahrenen und versierten Songwriters führen. Wenn man der im Grunde genommen sehr gelungenen Scheibe etwas anlasten könnte, dann vielleicht, dass der stets gleich angelegte Gesangsstil zu einer Art Manierismus zu werden droht und mit der Zeit etwas nervt. Ansonsten haben wir hier jemanden, der etwa die zerbrechliche Schönheit, die auch ein Nick Drake in seinen Songs verbarg, mit einer zeitgemäßen Rotznasigkeit - viele würden sagen: Mit einer Prise Zynismus - zu verbinden weiß. "Concussion" ist somit ein typischer Produkt unserer Zeiten.


-Ullrich Maurer-




 
 
 

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