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Maria McKee - High Dive

Maria McKee - High Dive
Viewfinder/Windsong
Format: CD

Als die ehemalige Lone Justice-Sängerin Maria McKee 1996 mit ihrem Album "Life Is Sweet" (mit der Betonung auf "bittersweet") antrat, war das für sie so eine Art Neu-Anfang. Bis dahin hatten die gewieften Strategen der Marketingabteilungen versucht, sie in ein gängiges Gebrauchsmuster-Schema zu packen - mit diversen Gaststars (Tom Petty, Robbie Robertson) auf ihren CDs, mit einer Hit-Single ("Show Me Heaven"), die sie hasste, und einer weiteren ("A Good Heart" in der Version von Feargal Sharkey), die sie nicht selber gesungen hatte. "No more celebrity ass lickin' for me", formulierte sie das damals - froh darüber, auf dem Geffen Lebel endlich die künstlerische Freiheit bekommen zu haben, nach der sie immer strebte. Dass ausgerechnet dieses Label dann im großen Universal-Merge wegrationalisiert wurde, traf nicht nur Maria - sie indes aber besonders hart. Denn seither brachte sie keine weitere Scheibe heraus. Das neue Album erscheint dann auch erst mal - so wie im Falle von Giant Sand, Wilco oder Aimee Mann - im Eigenvertrieb. Musikalisch setzt es dort an, wo "Life Is Sweet" (das zusammen mit seinem Anhängsel "Afterlife" auf "High Dive" in einer neuen Version zu hören ist) aufhörte. Es gibt reichhaltig arrangierte Songs - mit Streichern, Bläsern, Chören und allem Drum und Dran, die indes niemals ihre Rockbasis Preis geben und die vor allen Dingen ein Ziel haben: Ein eindrucksvolles, aber niemals überwältigendes Backdrop für Marias enorm durchdringende und präsente Stimme zu bieten. Wo früher die dicken Sounds auf bereits fertige Songs aufgepfropft erschienen, sind sie heuer definitiv Bestandteil der Stücke. Die Produktion ist dabei trotz aller Opulenz - und eben ganz anders als auf ihren ersten drei Scheiben - rauh und hakelig, wodurch die ganze Melange ungemein lebendig herüberkommt. Die Band hat offensichtlich hierbei The Who studiert - inkl. Townsend-Riffs und Moon-Drumwirbeln - so dass es niemals langweilig wird. Und dass Maria eine sehr gute Songwriterin ist, die insbesondere auf dem Gebiet der Harmonieführung und der Melodie immer nach neuen Herausforderungen sucht - ergo stets den weniger offensichtlichen Weg geht - wissen wir ja schon seit längerem. Wenn der Markt nur halbwegs so funktioniert, wie es die o.a. Künstler empirisch nachgewiesen zu haben scheinen, dann wird diese CD Maria zurück auf die Bildfläche holen. Zu gönnen wäre es ihr zweifelsohne.


-Ullrich Maurer-




 
 
 

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