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Tonträger-Review
 
Kim Fowley - Fantasy World

Kim Fowley - Fantasy World
Shoeshine/Zomba
Format: CD

Kim Fowley hat alles schon gemacht: Er begann seine Karriere als Laufjunge für Doris Day und schrieb Songs mit Cat Stevens oder Sonic Youth. In den 80er Jahren war Fowley so etwas wie ein berüchtigter Super-Produzent, der so unterschiedlichen Acts wie Billy Idol, den Simple Minds oder den Psychedelic Furs ein produktionstechnisches Makeover verpasste und mit - sagen wir mal - überraschenden Ergebnissen aufwartete. Seine Kombination aus üppigen Keyboard-Teppichen, zu Tode komprimierten Breitwandgitarren und wuchtigen Drum-Sounds traf den Geschmack der Big-Hair Generation genau. Heutzutage wäre das eher peinlich. Insofern macht es Sinn, dass Meister Fowley auf dieser Scheibe noch mal einen Schritt zurück macht, und hier seine Version des 70s Sounds verewigt. Warum er das tut, wird nicht so recht deutlich. Denn einerseits arbeitete Fowley in den 70ern eher mit Kiss oder Alice Cooper als im englischen Glam-Rock, dem er sich hier widmet und andererseits klingen die Songs nun nicht eben so, als haben sie sein ganzes Leben lang in seiner Brust gebrannt. Es handelt sich um teilweise charmante, teilweise nervige Rock-Pop-Songs - zum Teil mit einem Schuss Rock'n'Roll, zum Teil mit einem Schuss Americana (was seltsam anmutet), die ganz okay erscheinen - aber wirklich nicht weltbewegend. Außer vielleicht für Fowley selbst, der doch sehr in seinen Performances aufzugehen scheint - was als Pluspunkt gewertet werden muss. Fowleys größter Verdienst ist es vielleicht zu erkennen, dass er kein besonders guter Sänger ist: "If you like tormented madness genius flawed vocals... then this is the album for you to cherish and enjoy" schreibt er in den Liner Notes. Nun gut: Das Album ist in Schottland im Studio und unter Mithilfe von Teenage Fanclubs Frank MacDonald entstanden und hat somit sicherlich auch seine Daseinsberechtigung für Nachgewachsene. Und: Nicht umsonst heißt die Scheibe "Fantasy World". Dieser Tonträger ist ein charmanter Bastard, ein interessantes Statement eines Paradiesvogels der Rock-Welt und eine wahrlich obskure Angelegenheit. Ob er wirklich notwendig oder gar wichtig ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.


-Ullrich Maurer-




 
 
 

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