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Medicine - The Mechanical Forces Of Love

Medicine - The Mechanical Forces Of Love
Wall Of Sound/Labels/Virgin
Format: CD

Wer erinnert sich noch an den Soundtrack des ersten The Crow-Films? Dort hatte das Projekt Medicine die berühmten 15 Minuten. Der Track "Time Baby III" war eine brillante Fingerübung in Sachen New-Wave-Pop. Ansonsten übte sich Mastermind Brad Laner auch damals schon im Ausloten von Extremen: Von Industrial White-Noise bis hin zu verstiegenen Avantgarde-Experimenten war alles drin. "Time Baby III" stach dabei deutlich heraus. Auf dem neuen Medicine-Album - dem ersten nach langer Pause tut sich Laner zusammen mit Shannon Lee, der Tochter von Bruce Lee. Ist das vielleicht ein schlechtes Omen? Immerhin kam Lee-Sohn Brandon ja bei den Dreharbeiten zu The Crow um? Lassen wir das mal: Musikalisch ist das neue Werk eine streng komponierte, stolpernde, bewusst klinisch arrangierte Pop-Affäre - weit weniger schwelgerisch als etwa "Time Baby III" aber wesentlich zugänglicher als etwa die nervenaufreibenden Experimente, denen sich Laner ansonsten verschrieb. Die elektronischen Versatzstücke mischen sich hierbei mit kaskadenartig aufgetürmten Vocal-Arrangements, die zuweilen in ihrer Vielschichtigkeit in beängstigende Nähe zu Brian Wilson'schen Exzessen rücken sowie hemmungslos eingestreuten verzerren Gitarren aller Couleur (seltsamerweise auch akustische). Die von früher bekannten Feedback-Orgien und Drone- und Shoegazer-Versatzstücke fehlen heutzutage ganz und werden ersetzt durch eine nervöse, hektische Motorik, Drum'n'Bass-Beats sowie gelegentliche Dub-Anleihen. Auch wenn es zuweilen scheint, dass Laner ein wenig zuviel in seine Songs packt und die überbordenden Elaborate en bloc genossen in die Gefahr geraten, zu einem Overkill zu führen (Shannon nennt ihn nicht ganz unrichtig "Mad Genius"): "Mechanical Forces Of Love" ist eine beachtenswerte Übung in Sachen moderner Pop-Musik, die sich zwar auf die Vergangenheit beruft (Laner ist ein großer Beatles Fan), aber dennoch versucht, etwas Neues und vor allen Dingen Eigenständiges zu erzeugen.


-Ullrich Maurer-




 
 
 

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