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Neil Young - Greendale

Neil Young - Greendale
Reprise/WEA
Format: CD

Also um es mal ketzerisch auszudrücken: Auf seiner neuen (mit Crazy Horse) eingespielten CD "Greendale" betätigt sich Neil Young quasi als Bob Dylan. Wie schon des öfteren nachzulesen, geht es bei "Greendale" um die Ereignisse in einer fiktiven Kleinstadt. Erstmals stellte Young diese bei seiner Solo-Tour vor - damals noch im akustischen Setting. Bereits damals fiel auf, dass es Neil bei diesem Projekt - das in schönster Young-Tradition doch ziemlich überraschend daherkam - erstmals vor allen Dingen um die Texte ging. Das Debüt von Neil, dem Storyteller einer durchgehenden Geschichte, funktioniert deshalb auch ein wenig anders als etwa andere Scheiben, die er mit seiner Hausband einspielte. Die Stücke sind musikalisch allesamt relativ preiswert aufgebaut: Zwei Akkorde oder ein Riff und eine gewisse Grundstimmung müssen zuweilen bereits reichen. Aber natürlich nutzt Young hierbei die ganze Expertise seiner langjährigen Erfahrung im Zusammenspiel mit den Jungs, die Cuts im Gegensatz zu den doch eher eintönigen Akustik-Versionen durch lebhaftes, unpoliertes "umeinander" und gewisse Akzente unterhaltsam zu gestalten. So gibt es z.B. einen Mädels-Chor, der das Geschehen aus dem Off kommentiert, einen Schuss Blues (man denke: Canned Heat), gelegentliches Singen durch ein Megaphon und natürlich die diversen Young Manierismen wie schrägen Gitarren- und Harmonika Soli. Dennoch darf man sich nichts vormachen: In 10 Tracks und 80 Minuten liest uns hier Neil praktisch ein Buch vor - nicht mehr und nicht weniger. Das ist kein schlechtes Buch, wohlgemerkt, aber die Worte erfordern doch die volle Aufmerksamkeit. Die Stücke als solche müssen musikalisch unter diesem Gesichtspunkt betrachtet werden. Sie sind vor allen Dingen eines: Unerbittlich und lang - und beispielsweise zum Mitsummen und beiläufigen Konsumieren denkbar schlecht geeignet. Was ja auch nicht der Sinn der Sache ist. Also: Hut ab vor dem unerschöpflichen Fundus an Einfällen, mit denen Neil Young seiner Karriere immer neue Haken und Ösen hinzuzufügen versteht. Weiß der Teufel, was uns als Nächstes erwartet.


-Ullrich Maurer-




 
 
 

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