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Jerry Garcia - All Good Things - The Jerry Garcia Studio Sessions

Jerry Garcia - All Good Things - The Jerry Garcia Studio Sessions
Rhino/WEA
Format: Boxset

Jerry Garcia und die Grateful Dead existierten ja zeitlebens in einer Art Parallel-Universum, in dem die Band und die Deadheads eine ganz eigene Welt bildeten, die mit der unseren so gar nichts zu tun hatte (Die einzige Schnittstelle war der solitäre Dead-Hit "Touch Of Grey" vom 1987er Album "In The Dark"). Die Dead liebte man oder man hasste sie. Dazwischen gab es bloße Ignoranz in Form von Desinteresse oder dem Unwillen, sich mit dem Phänomen überhaupt auseinanderzusetzen. Deswegen sind auch mehr Gerüchte oder Legenden über die Dead im Umlauf als Fakten. Zu den Fakten gehört unter anderem auch, dass z.B. Jerry Garcia neben einem psychedelischen Drogen-Junkie eben auch ein sensibler, vielseitiger Songwriter und Interpret war. Besser (weil kompakter) als auf den ausufernden Dead-Werken, bei denen er immer nur ein Teil des Ganzen war, kann man das noch anhand seiner fünf Solo-Alben nachvollziehen, die er zwischen '72 und '82 einspielte. Hier erlebt man einen Garcia, der sich kaum um musikalische Genres kümmert und sich als äußerst feinfühliger Künstler offenbart, der offensichtlich durchaus wusste, was eine Songstruktur ist und wie man auf einer LP-Seite auch mehr als ein Stück unterbringen kann. Im Nachhinein erstaunlich scheint bei dieser Retrospektive im Box-Format (mit 120-seitigem Begleitbuch) die Stilsicherheit, mit der der Meister leichtfüßig zwischen den verschiedenen Tracks herumhüpft. Country, Blues, Rock, Folk - ja sogar Dixie und Swing beherrschte der Meister perfekt und seine Songs waren wahrlich nicht von schlechten Eltern. Egal ob er nun ganz solo ("Garcia"), mit den Dead ("Reflections") oder seiner eigenen Garcia Band ("Cats Under The Stars") arbeitete: Die Solo-Scheiben waren allesamt abwechslungsreicher und mit mehr echten Songs gefüllt, als jede Dead-CD. Was könnte aber einen Deadhead - und an solche richtet sich ja so eine Werksausgabe - bewegen, sich die Scheiben in dieser Form nochmals zuzulegen? Nun, neben dem erwähnten Buch und der Tatsache, dass die CDs im HDCD-Format vorliegen, ist das zweifelsohne der Umstand, dass die regulären Alben bis zum Stehkragen vollgepumpt mit Bonusmaterial (darunter alternative Versions, Cover-Versionen, unveröffentlichte Tracks und Jam-Sessions) erscheinen und obendrein eine sechste CD namens "Jams & Alternates" beiliegt. Und das Beste: Das Set kommt ganz ohne Bootlegs und Live-Tracks aus. Vollständiger kann man sich dem Studiowerk des Meisters also kaum nähern. Noch ein Hinweis: Das hier schwarz erscheinende Cover zeigt im Original Jerrys Gitarrenhand mit dem fehlenden Fingerglied.


-Ullrich Maurer-




 
 
 

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