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Tonträger-Review
 
Nick Drake - Made To Love Magic

Nick Drake - Made To Love Magic
Island/Universal
Format: CD

Wohl kaum ein Songwriter hat - im Nachhinein betrachtet - eine solche Lücke hinterlassen, wie der selige Nick Drake. Der 1974 verstorbene Barde hat zeitlebens ganze drei Scheiben veröffentlicht, die allesamt zu kolossalen Flops gerieten. Erst nach seinem Tod entdeckten zunächst seine Kollegen und später auch die breite Masse die subtile Magie von Nicks traurigen Balladen (spätestens seitdem "Pink Moon" in einem VW-Spot verwendet wurde). Dabei sind die Stücke - objektiv betrachtet - gar nicht so depressiv, wie das immer gesagt wird. Eher überrascht die emotionale Inbrunst und das immens einfühlsame Gitarrenspiel, mit der der Mann seine Stücke darbot. Das gilt besonders für die "nackten" Tracks von "Pink Moon" und dem, was danach entstand und nicht mehr offiziell veröffentlich wurde. Um diesen Nachlass herum wurde auch diese Kompilation konstruiert. Die vier Post-"Pink Moon"-Stücke wurden hier neu (stereo) abgemischt und gemastered und dabei fand sich dann am Ende eines Tapes gar noch ein bislang unentdeckter Song, der hier als Bonus einen zusätzlichen Kaufanreiz bietet. Zurecht übrigens, denn "Tow The Line" zeigt Nick "at his best" und ist mit seinem simplen, akustischen Led-Zep-Riff und der fast gelassenen Grundstimmung - neben "Black Eyed Dog" - sicherlich der stärkste der posthumen Tracks. Dazu gibt's noch zwei Stücke - "Magic" und "Time Of No Reply" - mit den (übrigens hinreißend schönen) String-Arrangements, die Nicks Freund und Mentor Robert Kirby damals ursprünglich hatte schreiben sollen, was aber verworfen wurde. Abgerundet wird das Werk mit einigen Alternate-Takes - darunter Demos von "River Man" und "Mayfair" - die für Nick Aficionados unverzichtbare "Missing Links" darstellen. Wie alles, was der Mann gemacht hat, sind auch die hier enthaltenen Stücke keineswegs überflüssiges Sammelsurium sondern von zeitloser, klassischer Eleganz. Das dürfte dann jetzt aber wirklich alles sein, was sich aus dem Nachlass von Nick Drake noch zusammenstellen lässt. Es sei denn, jemand käme auf die Idee, einen Remix von "Pink Moon" zu veranstalten - was aber wohl nicht passieren wird, solange Kirby, Joe Boyd und John Wood noch leben, die auch das Material dieser Kompilation behutsam und ganz im Sinne des Nick Drake auf den aktuellen Stand brachten.


-Ullrich Maurer-




 
 
 

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