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Brian Wilson - Gettin' In Over My Head

Brian Wilson - Gettin' In Over My Head
Rhino/WEA
Format: CD

Mag sein, dass der Meister in schlechten Momenten vom Teleprompter ablesen muss oder wie eine Marionette von seinen Helfershelfern herumgeschoben wird. Mag sein, dass der Wilson-Sound heutzutage eher von seiner großartigen Band denn von ihm selbst kommt. Mag sein, dass er seine besten Stücke nach wie vor nicht alleine schreibt. Aber unter dem Strich ist diese Scheibe dennoch ein grandioses Alterswerk von jemandem geworden, den man - ehrlich gesagt - eigentlich doch irgendwann bereits abegeschrieben hatte. Beflügelt von der Verbesserung seiner persönlichen Umstände raufte sich Wilson ja gerade in den letzten Jahren zusammen und scheint an seiner Arbeit auch wieder Spaß zu haben. Nur so ist es schließlich zu erklären, dass der Grundtenor seiner Songs durchweg immer noch stets positiv gehalten ist. Die Intialzündung zu dieser Scheibe war offensichtlich das Thronjubiläum der Queen, wo Wilson ja bekanntlich zur Höchstleistung auflief. Und so finden sich dann auf dieser Scheibe Eric Clapton, Paul McCartney und auch Elton John als Gäste ein - und (man muss das einfach attestieren) machen das beste daraus, indem sie sich eben NICHT in den Vordergrund drängen, sondern sich der Regie des Meisters unterwerfen. Zusätzlich gibt's ein zu Herzen gehendes, posthumes Duett mit Bruder Carl, das Wilson aus Demo-Aufnahmen für eine nie zustande gekommene Beach Boys-CD zusammenbastelte. Einige Stücke dieser Scheibe probierte Wilson bereits live aus, bevor er sie jetzt aufnahm. Die besten Stücke sind indes jene, bei denen der übliche Wilson-Sound ein wenig aufgebohrt wird. Natürlich sind nach wie vor die Gesangsharmonien der zentrale Angelpunkt (wobei Wilsons Stimme hierbei zuweilen schon ein wenig brüchig wirkt), aber letztlich sind es Tracks wie das schwelgerische "Soul Searching" (mit Carl Wilson), "City Blues" (dank Eric Claptons Beitrag das erste Rock-Stück Wilsons) oder das mit Van Dyke Parks geschriebene "The Waltz", das ein wenig schräg dahertorkelt, die diese Scheibe zu einem gelungenen Album werden lassen. Ein paar Tracks, die dann doch eher in Richtung Beach Boys-Parodie abdriften, nimmt man dabei ebenso gerne in Kauf wie die Entscheidung für ein zu oft eingesetztes und nicht recht passend erscheinendes Glam-Rock-Saxophon (dafür gibt's auf der anderen Seite Amy Farris gelungene Beiträge auf der Geige). Letztlich ist "Gettin'..." dann sogar überzeugender geraten als "Brian Wilson" oder "Imagination" - und ein neues "Love & Mercy" wird sich schon irgendwo finden...


-Ullrich Maurer-




 
 
 

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