Gaesteliste.de Internet-Musikmagazin



SUCHE:

 
 
Gaesteliste.de Facebook RSS-Feeds
 
Tonträger-Archiv

Stichwort:
Platten der Woche anzeigen






 
Tonträger-Review
 
Kira - Inauswendig

Kira - Inauswendig
Grönland/Virgin/EMI
Format: CD

Der Verdienst, der immer wieder der deutschen Hip-Hop Szene zugesprochen wird - für einen unverkrampften Umang mit der deutschen Sprache zu sorgen - kann eigentlich sehr viel schlüssiger an Acts wie Kira nachvollzogen werden. Das, was die junge Dame da auf ihrem Debüt vorstellt, konzentriert sich nämlich vornehmlich auf die Sprache. Selten hat man eine Pop-Scheibe vernommen, die wagemutiger (und reduzierter) die Präsentation von Stimme und Texten in den Vordergrund stellte - und dies eben auf eine unverkrampfte und unpeinliche, offene und ehrliche Art. Kira verzichtet auf die große Geste - einige Tracks kommen mit bloßer Piano- oder Gitarrenuntermalung aus - und stellt sich somit (schamlos zwar, aber durchaus berechtigt) hemmungslos in den Mittelpunkt. Das funktioniert auf mehreren Ebenen: Obwohl die musikalische Untermalung recht sparsam geraten ist, fehlt es nicht an Strukturen und (wichtig beim Pop) Melodien. Und wenn es drauf ankommt, wie z.B. beim Titelsong, dann wird auch mal aufgedreht geschrammelt, was das Zeug hält, da gibt's dann auch mal mondäne Elektronik oder wird ein bisschen laut und schnell. In Relation zu Kiras Gesang und Stimme ist dies indes bloßes Beiwerk. Kiras Stimme strahlt dabei eine gewisse Intimität und Verletzlichkeit aus, die sofort einnehmend wirkt und ihre Beobachtungen um das allgemeine Miteinander eben glaubwürdig und nicht aufgesetzt erschienen lassen. Zum Glück verzichtete Produzent Michael Hagel darauf, den Gesang in üblicher Manier radiotauglich zu schleifen, sondern beließ ihn, mit allen Schlenkern, Ösen, Windungen und Warzen ziemlich nackt und unberührt. Das herauszuarbeiten, ist der größte Erfolg dieser Scheibe. Diese Qualitäten überzeugten auch Herbert Grönemeyer, der Kira für sein Label zeichnete. Solange es Scheiben wie diese gibt, ist die Diskussion um die Staatsquote überflüssig wie ein Paddel in der Badewanne.


-Ullrich Maurer-




 
 
 

Copyright © 1999 - 2017 Gaesteliste.de

 powered by
Expeedo Ecommerce Dienstleister

Expeedo Ecommerce Dienstleister