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Delta Goodrem - Mistaken Identity

Delta Goodrem - Mistaken Identity
Epic/Sony Music
Format: CD

Sicher sollte der Titel des zweiten Albums der australischen Piano-Pop-Queen Delta Goodrem keine ungewollte Metapher für den musikalischen Stil des Werkes sein, aber irgendwie passt es dann doch ganz gut. Weil nämlich die Gute hier auf ihrem Weg zur australischen Tori Amos von einem gewissen Celine Dion Modus ausgebremst wird. Verantwortlich dafür ist zweifelsohne ein ganzes Heer von Ratgebern, Managern, Produzenten, Marketing-Experten, Stylisten und sonstigen Fachleuten, die der Meinung waren, doppelt (und dreifach) hält einfach besser. Und so werden die meisten der insgesamt 14 Tracks in einem Meer von Orchesterarrangements, gedoppelten Stimmen und Instrumenten, Hall, Echo und sonstiger Opulenz ertränkt, die einen Phil Spector vor Neid erblassen hätten lassen. (Bezeichnenderweise werden die Arrangeure auch als Co-Autoren aufgeführt.) Es spricht natürlich für die Qualitäten der vom Schicksal gebeutelten Delta, dass es nicht gelingt, auf diese Weise alles kaputt zu machen. Nachdem sie ihre Krebserkrankung in erstaunlich kurzer Zeit besiegt hat, ist diese Scheibe folgerichtig einen Gutteil düsterer, nachdenklicher, melancholischer und weniger unbeschwert, als noch das Debüt. Trotzdem gibt es genügend intelligent konstruierte Pop-Momente, die - in Kombination mit der nach wie vor attraktiven, wandlungsfähigen Stimme - die meisten Tracks vor der Belanglosigkeit bewahren. Was aus der Scheibe mit mehr Zurückhaltung hätte werden können, zeigen die behutsam nackt belassenen Tracks "Fragile" und "You Are My Rock" - die einfach durch Qualität und nicht durch Quantität überzeugen. Da außerdem die meisten der Tracks sich im Mid-Tempo-Bereich bewegen und typische US-Peinlichkeiten dann letztendlich doch vermieden werden, hat die Scheibe im Endeffekt dann doch eine eigene Identität (wenngleich eben vielleicht die falsche). Es wäre zu wünschen, dass dieses Album mit ein wenig mehr Vertrauen in die Fähigkeiten der Künstlerin angegangen worden wäre. Nun, zum Glück ist Delta ja noch jung. Und um den amerikanischen Markt zu knacken, braucht es wohl Scheiben genau wie diese. "Mistaken Identity" ist trotz allem keine schlechte Pop-Scheibe geworden, wäre aber wohl durch mehr Zurückhaltung noch deutlich charmanter ausgefallen.


-Ullrich Maurer-




 
 
 

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