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Mercury Rev - The Secret Migration

Mercury Rev - The Secret Migration
V2/Rough Trade
Format: CD

Was lange währt, wird endlich gut! Nach dreijähriger Vorlaufzeit und mit langer Testphase (bereits im November stellten sie das Material der CD im Vorprogramm von Nick Cave live vor) kommt nun die neue CD von Mercury Rev namens "The Secret Migration" in die Läden. Und hat sich das Warten gelohnt? Vielleicht. Denn wer zum Beispiel nach neuen Hits sucht, wird vermutlich enttäuscht sein, wen aber nach einer gediegenen Fortsetzung des mit "Deserter's Songs" begonnenen und mit "All Is Dream" weiter beschrittenen Weges dürstet, dürfte eher zufrieden sein. Dass das Album "Secret Migration" - also "geheime Wanderung" - heißt, ist angesichts der erstaunlichen Entwicklung die Jonathan Donahue, Grasshopper & Co. durchgemacht haben, ja durchaus nachzuvollziehen. Selbstredend kann eine neue Mercury Rev-Scheibe in diesem Sinne auch nicht mehr so überraschend sein, wie das ehemals die Wandlung von Krachraupe zum Popschmetterling war. Das Beste, was die Mercs heute erreichen können (ohne nochmals ganz neu anzufangen), ist sich selbst treu zu bleiben und den Stil zu perfektionieren. Und das ist ihnen zweifelsohne auch hier gelungen. Noch verträumter, sphärischer und psychedelischer als etwa "Dream" und weniger rockig als "Deserter's Songs" sucht "Migration" das Heil in der Atmosphäre - die dieses Mal ergo ganz besonders ausgefeilt daherkommt. Ohne Jonathan Donahues flehentlich / träumerisches Sopran-Organ wäre dies freilich nicht viel Wert. Doch Donahue gibt's ja und somit auch jemanden, der dem Zuhörer die wundersame Märchenmusik von Mercury Rev glaubhaft verkaufen kann. Wer sich so für das eigene Tun begeistert wie die Revs, der steht ja fast schon neben der Kritik. Und so macht es auch keinen allzugroßen Sinn zu bemängeln, dass songwriterisch der ganz große Wurf dieses Mal nicht gelungen ist: Im Paket und am Stück macht "Secret Migration" durchaus Sinn und funktioniert auch. In diesem Fall gilt: Besser ein funktionierendes Gesamtkunstwerk als etwa die verzettlelte Liedersammlung, die "Migration" ohne Überblick, liebenden Blick und geschickt plazierte Production-Values (Keyboards) leicht hätte werden können - aber eben nicht geworden ist.


-Ullrich Maurer-




 
 
 

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