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Tonträger-Review
 
Lindsay Lohan - Speak

Lindsay Lohan - Speak
Casablanca/Universal
Format: CD

Lindsay Lohan ist mit ihren 18 Jahren bereits ein ausgebuffter Vollprofi. Nicht als Musikerin, sondern als Vertragsschauspielerin bei Disney, wo sie seit Kindesbeinen an vor der Kamera steht und mit "Freaky Friday" ihren endgültigen Durchbruch feierte. So etwas muss man natürlich ausnutzen und da Musiker(innen) heutzutage eh immer auch gleichzeitig Schauspieler, Tänzer und Marionetten sein müssen, um im Multimedia-Zeitalter bestehen zu können, war es fast schon zwangsläufig notwendig, dass es nun mit "Speak" auch eine CD von Lindsay Lohan geben musste. Und diese ist quasi ein "Kind ihrer Zeit". Heutzutage lockt man niemanden mehr mit bloßem Plastik-Pop a la Britney Spears hinter dem Ofen hervor. Außer Britney hat das wohl auch jeder verstanden. Und so "scharrte" (wie es in der Info witzigerweise heißt) Tony Mottola persönlich eine höchstmöglich bezahlte Produzenten-Riege zusammen, gab denen die letzte Avril Lavigne-Scheibe (die sehr viel glaubwürdigere Katy Rose ist ja auf dem falschen Label) und erteilte den Auftrag, "so was Ähnliches" für Lindsay aufzubereiten. Ergo gibt es eine Menge fetter Gitarren, griffiger Riffs, groß angelegte Melodiebögen eine Prise Teenage-Angst (symbolisiert durch düster-wavige Intros) und weitestgehend standardisierte, aber nicht ineffektive Grrl-Power ("I Wanna Come First"). So weit so gut - da kann man ja nicht viel falsch machen. Leider trauten sich die o.a. Fachleute selber nicht so richtig und beschlossen, dann sicherheitshalber doch noch ein paar Britney-kompatible Synthetik-Nummern einzuschießen, die gegenüber dem Power-Pop dann keinerlei Sinn machen. So wie z.B. die als Single ausgewählte aber bezeichnenderweise lediglich als Bonus-Track angehängte Nummer "Rumors", die so ziemlich das kraftloseste und unsinnigste Elaborat der ganzen Scheibe darstellt. Immerhin soll Lindsay ja nicht mit J.Lo konkurrieren, sondern mit Ashlee & Co. (Wozu sollte ansonsten die gespaltene Gitarre auch gut sein, mit der sie sich ablichten ließ?). Hinzu kommt noch, dass scheinbar kein Wert darauf gelegt wurde, irgendeine eigene Identität für die Protagonistin herauszuschälen. Z.B. verfügt Lindsay über eine angenehm rauhe Singstimme, die sich z.B. gut für Balladen geeignet hätte, die man indes in dieser Form gar nicht findet. Was bleibt, ist dann eine Portion "Eye Candy" für's Ohr, Momentpop, Gebrauchsmusik. Auch wenn das dann nicht unbedingt besser oder schlechter ist, als das einiger entsprechender Kolleginnen: Die waren zumindest eher da. Wenn da mal nicht der Kuchen schon verteilt ist...


-Ullrich Maurer-




 
 
 

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