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Wir sind Helden - Von hier an blind

Wir sind Helden - Von hier an blind
Labels/EMI
Format: CD

Dass die zweite Scheibe immer am schwersten ist, muss natürlich insbesondere die Band wissen, die mit ihrem Debüt-Album hierzulande eingeschlagen ist, wie kaum jemand zuvor. Doch Wir sind Helden machen instinktiv das einzig richtige: Sich nämlich gar nicht um diese Tatsache zu kümmern, sondern vergleichsweise unkompliziert und befreit weiterzumachen. Dass WSH eine Band (und nicht drei Typen mit Sängerin) sind, haben sie ja immer wieder betont und dargestellt und so wundert es dann nicht, dass dieses Mal auch alle als Kompositeure auftreten (und auch alle kräftig mitsingen). Das hatinteressante Konsequenzen: Während die Stücke selber in sich dieses Mal alle jeweils komplexer, vertrackter, vielschichtiger, intelligenter und musikalisch anspruchsvoller sind, hat die Scheibe insgesamt einen einheitlicheren Sound als das "Original". Hinzu kommt, dass die Helden düsterer, nachdenklicher und bedachter agieren als gewohnt. Einige der Tracks - wie z.B. den Opener, "Wenn es passiert" - kennt man ja bereits von den Live-Konzerten. Und dieses Stück, mit verschleppter Stakkato-Gitarre und dräuendem Melodiebogen ist dann in etwa auch die Blaupause für die anderen Nummern. (Die Single, "Gekommen um zu bleiben" ist dabei fast schon atypisch.) Der offensichtliche Spaßfaktor wird jedenfalls deutlich zurückgefahren. Was nicht heißen darf, dass WSH 2005 nicht mehr unterhalten - nur eben auf einem anderen Level als bislang. So sind z.B. Judiths Texte rätselhafter, verschlüsselter geworden und - im Gegensatz zur akzentuierten Diktion auf der ersten Scheibe - auch (akustisch) nicht mehr so einfach zu verstehen: "Schau unter das flüssige Blei - graue Schatten ziehen träge vorbei" ist dabei noch eine der harmloseren Formulierungen. Auch finden sich kaum noch lustige Keyboard-Sounds - die Helden entwickeln sich jetzt tatsächlich in Richtung einer Gitarrenband. Das könnte sich jetzt so anhören, als sei dies alles von Nachteil - doch weit gefehlt: Mit "Von hier an blind" legen die Helden lediglich ein reiferes Werk vor, als mit der "Reklamation". Und das ist ja letztlich das Optimum dessen, was man aus einer zweiten Scheibe herausholen kann. Insofern haben die Helden hier tatsächlich alles richtig gemacht - auch wenn dafür ein Teil der Unbeschwertheit auf der Strecke blieb. (Doch mal ernsthaft: Das war anders ja auch kaum möglich.) Alles weitere wird sich zeigen. Eine Eintagsfliege sind die Helden jedenfalls defintiv nicht.


-Ullrich Maurer-




 
 
 

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