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Tonträger-Review
 
Thomas Dybdahl - Stray Dogs

Thomas Dybdahl - Stray Dogs
Glitterhouse/Indigo
Format: CD

Thomas Dybdahl gehört ja jetzt quasi zum norwegischen Hochadel: Für Kronprinz Hakon und Mette Marit persönlich darf er demnächst eine Royal Command Performance zelebrieren. Nun gut - das sagt ja zunächst mal noch nix aus. Dennoch klingt "Stray Dogs" schon eine gute Portion nobler, als noch das Debüt-Albums "That Great October Sound". Das Problem ist ja Thomas Dybdahls gewöhnungsbedürftige Stimme: Die mag man eben, oder man mag sie nicht. Freunde des alten Schweden Nicolai Dunger zum Beispiel dürften ja kaum ein Problem mit Thomas' marodierender, nöliger, unsteter aber gleichzeitig hochemotionaler Koloratur haben, während Freunde von solidem, straighten Rockgesang sich eher genervt oder auf die Probe gestellt fühlen dürften. Bei seinem Debüt machte Dybdahl es dem Zuhörer auch nicht gerade dadurch einfacher, dass er zudem zwar feinsinnige, aber auch verstiegene Arrangements zum Mittel seiner Wahl erkor. Dieses Mal setzte er an genau diesem Punkt an: Die Arrangements von "Stray Dogs" haben - ähnlich wie jene von z.B. Mercury Rev - diese leichtfüßig / spinnerte Grandezza, die sich als ideales Gegengewicht zu Dybdahls Stimmbandverrenkungen herausstellt. Außerdem sorgt der Einsatz von Keyboards für eine gewisse Soul-Note, gar Anleihen bei der Gospelmusik, Background-Sängerinnen und ein durchgängiger Flow gleich ganzer Passagen für interessante Ergänzungen und durchaus positive Ausweitungen des Klangbildes. Bis er dann in der zweiten Hälfte wieder seiner Vorliebe eher kinetisch auf der Stelle tretenden, eher nervenzehrendes Material auslebt. Da Dybdahl dabei aber niemals dem Bombast erliegt, sondern immer schön lyrisch und transparent agiert, wirkt das ganze absolut glaubhaft und logisch. Vergleiche mit den großen seiner Zunft (z.B. Jeff Buckley) sind dabei durchaus nicht unangebracht - ohne dass Dybdahl Kopistentum vorzuwerfen wäre. Mit "Stray Dogs" ist ihm jedenfalls in vielerlei Hinsicht ein großer Schritt nach vorne gelungen - und das, ohne dass sich der Mann dabei großartig verbogen hätte.


-Ullrich Maurer-




 
 
 

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