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Tonträger-Review
 
Nelly Furtado - Loose

Nelly Furtado - Loose
Geffen/Universal
Format: CD

Zwei CDs lang entzückte uns Nelly Furtado mit sympathischer, leicht spinnerter, aber auf jeden Fall origineller und organischer Popmusik und überraschte z.B. durch Stunts wie einen Gastauftritt bei den Sportfreunden Stiller oder die Verpflichtung des Kronos Quartett. Hinter dieser Scheibe scheint indes nur eines zu stecken: Das Konzept "Back to HipHop". Das fängt bei der hochkarätigen Produzenten und Musikanten-Crew um Timbaland und Nellee Hooper an und hört dann beim hochwertigen Styling und Design noch lange nicht auf. Dazu gibt es generische, fast sterile Black-Pop-Musik ohne erkennbare Konturen. Tracks wie diese hätte wirklich jede technisch halbwegs sichere Künstlerin - gleich welcher Hautfarbe - singen können. Und das ist ein Anzeichen dafür, dass die Musik auf kreativer Ebene eigentlich ziemlich tot ist. (Nicht umsonst legten z.B. die Bangles nach "Eternal Flame" eine Pause ein, als ihnen dies bewusst wurde.) Die aktuelle Single, "Maneater", gehört noch zu den stärksten Tracks - und das ist ja wahrlich kein Song für die Ewigkeit, sondern Wegwerf-Gebrauchspop für den Moment im radiotauglichen Outfit. Ein Wunder ist das nicht, denn als Autoren dieser Songs werden Teams von bis zu fünf Mann genannt. Und wie soll man zu fünft einen ordentlichen Song hinbekommen (wenn es nicht um eine Band-Situation geht)? So ist das eigentliche Problem dieser Scheibe dann auch das Songmaterial. Großteils gibt es gar keines - sondern nur beeindruckend klingende Technik und mehr HipHop als nötig. Melodien sind großteils Fehlanzeige - und wenn sie auftauchen, dann zeigt sich, was aus dieser Scheibe hätte werden können, wenn Nelly den eingeschlagenen Weg weiter beschritten hätte. Die Plattenfirma wird das nicht stören, denn das Ganze lässt sich als Paket sicherlich gut vermarkten - denn wie man ohne Songmaterial Erfolg haben kann, hat ja z.B. Gwen Stefani kürzlich vorexerziert. Vor allen Dingen ist diese Scheibe aber eines nicht, nämlich "loose" - eher schon "konfoose". Schade, Nelly, aber dieser Ansatz führt in die künstlerische Sackgasse.


-Ullrich Maurer-




 
 
 

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