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Kante - Die Tiere sind unruhig

Kante - Die Tiere sind unruhig
Labels/EMI
Format: CD

Diese Scheibe wird wohl polarisieren: Einerseits wagen Kante auf dem neuen Werk ziemlich viel, andererseits packen sie das in lediglich sieben überlange Tracks. Da ist natürlich die Gefahr, dass zu viel an Ideen in einem Stück landet, genauso groß wie die Versuchung, eine bestimmte Idee bis zum Gehtnichtmehr auszuwalzen. Zum Glück gelingt es der Band und Produzent Moses Schneider, hier eine ausgewogene Balance zu finden. Nach dem vielbejubelten Vorgängeralbum "Zombi" gerieten Kante in eine Art Identitätskrise. Was nicht verwunderlich ist: Wie wollte man auf "Zombi" auch noch eins draufsetzen? Die Lösung war nicht so ganz einfach. Anstatt aber nach einem neuen roten Faden zu suchen, entschieden sich Peter Thiessen & Co. stattdessen, viele Fäden aufzugreifen und miteinander zu verweben. Und es galt die Maxime: Mehr ist mehr. "Die Tiere sind unruhig" ist mit Sicherheit das bislang energischste Kante-Werk. Zuweilen wird es hier richtig rockig und poppig - aber nicht aus Selbstzweck. "Tiere" ist keine Gitarren-Garagenplatte, bei der die Protagonisten sich gehen lassen. Die Energie wird kanalisiert, gebündelt - und natürlich auch verschachtelt. Und es ist nicht alles Rock, was powert. Das streckenweise rein live eingespielte Werk überrascht mit ständigen stilistischen Kehrtwendungen. So gibt es Passagen, die in puren Jazz ausufern genauso wie elektronische oder weltmusikalische Eskapaden. Auch höchst komplexe Streicherarrangements gibt es zu bewundern - natürlich an Stellen, an denen niemand danach gesucht hätte. Dazu gibt es wieder allegorisch-esoterische Texte, die sich - Nomen est Omen - auch gerne mit Vorahnungen und Zweifeln beschäftigen. Dennoch ist das kein depressives Werk, denn positive Energien überwiegen dann doch. Manchem mag die Scheibe nicht definitiv genug und zu verspielt erscheinen. Akzeptiert man diesen freistiligen Ansatz indes als Konzept, dann kann man als Zuhörer mit "Die Tiere sind unruhig" genauso viel Spaß haben, wie mit "Zombi". Mindestens.


-Ullrich Maurer-




 
 
 

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