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Tonträger-Review
 
Devastations - Coal

Devastations - Coal
Beggars Banquet/Beggars Group/Indigo
Format: CD

Die Devastations kommen aus Melbourne, sind jedoch als Exilanten in Berlin ansässig. Das ist ja eine alte australische Tradition - dennoch sind die Devastations (früher The Devastations) von ihrer Ästhetik her eigentlich nicht mit Nick Cave & Co. zu vergleichen, sondern eher mit ihren Landsleuten, den Go-Betweens. Wie diese gelingt es dem Trio nämlich hier auch, zerbrechliche Songs mit vernünftigen Rock-Ansätzen zu verknüpfen und daraus dann etwas ganz Eigenes zu machen - was man auch auf dieser zweiten Scheibe nachvollziehen kann. Dennoch sind die Devastations nicht die Go-Betweens. Da wäre zunächst mal Conrad Standishs eigentümlich unterschwelliger Gesang, der wohl den Tindersticks zusagte, die sie als Support als Tour einluden. Und dann ist da Tom Carlyons ziemlich dymamischer Gitarren-Einsatz: Von hingehauchten Akkorden bis hin zu beinahe gewalttätigen Soli mit verzerrten, verfremdeten, komprimierten Gitarrensounds, die in die Songs einbrechen wie ein Tsunami (und manchmal auch ein wenig überschwappen), hat er das ganze Spektrum des alternativ angehauchten Schrammelkönigs drauf. Dazu kommen die eigentümlichen Stories zwischen Drama und Zynismus, die ebenfalls eine spezielle Devastations-Note darstellen. Und letztlich klingt die Scheibe weniger urban, als man das von einer in der Hauptstadt ansässigen Truppe erwarten könnte - driftet aber andererseits auch nicht in Folk-Gefilde ab, sondern verweilt im undefinierten Niemandsland dazwischen. Insgesamt ergibt die - übrigens subtil mit Electronics abgerundete - Klangwelt der Devastations ein recht eigenes Bild und macht sie so zu einer echten Entdeckung.


-Ullrich Maurer-




 
 
 

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