Gaesteliste.de Internet-Musikmagazin



SUCHE:

 
 
Gaesteliste.de Facebook RSS-Feeds
 
Tonträger-Archiv

Stichwort:
Platten der Woche anzeigen






 
Tonträger-Review
 
The Cinematic Orchestra - Ma Fleur

The Cinematic Orchestra - Ma Fleur
Ninja Tune/Rough Trade
Format: CD

Es scheint Jason Swinscoes erklärtes Ziel zu sein, eines Tages Filmmusik zu schreiben. Damit das besser funktioniert, hat er seine Band The Cinematic Orchestra genannt. Bisher hat das jedoch noch nicht so ganz geklappt. Die CD "Ma Fleur" ist zwar als Soundtrack entstanden, doch der dazu gehörige Film kam über das Projektstadium nicht heraus. Vielleicht ist das auch nur ein Promomärchen, wer weiß. Fest steht, dass sich das Resultat zwar durchaus als Filmmusik eignen würde, aber weit mehr Substanz aufweist als in dem Genre üblich ist.
Das verwundert nicht. Man muss sich einfach mal in einen Soundtrack-Komponisten hineinversetzen, oft genug muss die Musik sich dem Film anpassen, müssen Takte und Frames gezählt werden, damit am Ende alles passt. Dabei verkommt Musik leicht zu einem bloßen Werkzeug, das seine Berechtigung nur im Kontext von Bild und Ton besitzt, für sich genommen aber recht belanglos ist.

In Swinscoes Vorstellung müsste sich der Film sicherlich der Musik anpassen. Denn sie ist filigran und durchdacht komponiert. Da könnte man nichts wegschneiden oder strecken. Auch müsste der Film zu der Stimmung der Musik passen. Es wäre ein Film ohne Action, ohne dramatische Spannungen, dafür mit viel Zartheit, Wehmut und Liebe. Denn die Songs, die von unterschiedlichsten Gastsängern und -sängerinnen gesungen werden, sind zum Teil so zerbrechlich, dass man stets fürchtet, sie könnten auseinander brechen. Doch die Stimmung, die raffinierte Instrumentierung und vor allem die langen Melodielinien halten die Song-Gebilde zusammen.

Alles in allem eine wunderschöne Platte, deren einziger Nachteil die Vielfalt der Vokalisten ist. Ein bisschen meint man einen Underdog im Designeranzug und geschmackloser Krawatte vor sich zu haben. Ein bisschen Glamour verträgt das Indie-Songwritertum sehr gut, doch wenn es zu viel wird, drängt sich die Vokabel Kitsch in den Vordergrund. Trotzdem. Am besten einfach als eine schöne melancholische Songwriter-mit-Orchester-Platte hören und nicht nachdenken.



-Stefan Claudius-




 
 
 

Copyright © 1999 - 2017 Gaesteliste.de

 powered by
Expeedo Ecommerce Dienstleister

Expeedo Ecommerce Dienstleister