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MGMT - Oracular Spectacular

MGMT - Oracular Spectacular
Columbia/Sony BMG Music
Format: CD

Bands, die die 70er als Ausgangspunkt nehmen und den Breitwandsound vergangener Tage kurzerhand in die Zukunft (oder zumindest die Gegenwart) katapultieren wollen, gibt es wirklich zur Genüge. Doch keine ist dabei so erfolgreich wie Andrew Van Wyngarden und Ben Goldwasser alias MGMT. Gleich der erste Track ihres fabulösen Erstlings, "Time To Pretend", ist ein schlimmer Ohrwurm, doch mehr noch: Er unterstreicht, dass wir es hier - dem Songtitel zum Trotz - keinesfalls mit Blendern zu tun haben. "If you've got the vision / Why not have some fun?" heißt es im Text, und diese Zeile setzt das Duo mit der bewährt kompetenten Hilfe von Dave Fridmann auf dem Produzentenstuhl mit den weiteren neuen Songs spielerisch brillant in die Tat um. Ähnlich wie The Flaming Lips oder Mercury Rev (nicht ganz zufällig auch Fridmann-Kunden) zelebrieren auch MGMT jeden einzelnen ihrer Songs in epischer Breite, ohne dass dabei allerdings Platz für das wäre, was der Engländer so treffend als "self-indulgence" bezeichnet.

Während andere Bands, die sich bei ähnlichen Vorbildern wie die zwei Amerikaner bedienen - David Bowie zu Mitt-70er-Glanzzeiten ist ohne Frage der wichtigste Einfluss, aber auch T-Rex und gar Fleetwood Mac kann man hier und da heraushören -, sich schnell in Klischees verrennen, gelingt es MGMT wie von Zauberhand, ihren Retrosound neuartig, spannend und streckenweise geradezu futuristisch klingen zu lassen. "Weekend Wars" zum Beispiel klingt fast wie ein neuzeitliches "Heart Of Gold" von Neil Young, während "Electric Feel" von einem Funk-Bass in den (experimentellen) Pophimmel getragen wird. Fast jeder Track des Albums wartet mit kleinen, genialen Drehungen und Wendungen auf, die aus "Oracular Spectacular" schon jetzt einen Anwärter auf das Album des Jahres machen. Und für all diejenigen, die nun immer noch nicht überzeugt sind, zitieren wir noch schnell die besten Zeilen des Albums: "Let's make some music, make some money, find some models for wives. I'll move to Paris, shoot some heroin and fuck with the stars". Wie kann man eine Band, die so etwas als Karriereziel ausgibt, eigentlich nicht lieben?



-Carsten Wohlfeld-




 
 
 

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