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Sonny Landreth - Bound By The Blues

Sonny Landreth - Bound By The Blues
Provogue/Mascot/Rough Trade
Format: CD

Wer den Briten mal "the instrument of the devil" hat spielen sehen, beispielsweise als John Hiatts Tour-"Ersatz" für Ry Cooder, der versteht, warum er beispielsweise seit 2004 ständiger, gefeierter Gast auf Eric Claptons Crossroads Guitar Festivals ist... Das aktuelle Werk ist anscheinend eine deutliche Abkehr von den letzten beiden, uns nicht vorliegenden Veröffentlichungen: "From The Reach" (2008, mit vielen Gastmusikern) und "Elemental Journey" (2012, Jazzfusion). Oder eine Rückkehr, zu einem Thema das wie der Meister selbst sagt, "seit über 40 Jahren eine Hauptrolle in meinem Leben spielt".

Zunächst glaubt man, versehentlich ein bekanntes Album eingelegt zu haben (wie viele Versionen von "Walkin' Blues' lauern in der Sammlung?). Das fühlt sich aber eher wie das unverhoffte Wiedersehen mit einem alten Freund an als langweilig. Natürlich ist die singende Slide-Gitarre dominant, doch auch Sonnys Gesang (relativ hoch, sanft und auch hierin dem von Snowy White nicht unähnlich) prägt das Geschehen überaus angenehm. Für das fast fröhlich hüpfende Titelstück nimmt der Chef (unter anderem) eine Akustische zur Hand. Sein loderndes erstes Solo erinnert an den großen Rainer Ptacek, die Coda an Sonnys Kooperation mit Hank Shizzoe. Sogar noch das recht abgegriffene "It Hurts Me Too" wird hier zu einer attraktiven Swamp(blues)rock-Nummer.

Das traurige "Where They Will" ist so etwas wie Sonnys Blues-Glaubensbekenntnis und der eigentlich wieder sehr simple "Cherry Ball Blues" hat ein Solo zum Mundbelüften.

Überhaupt ist das Ganze denkbar traditionell in Trioformation eingespielt: Mit David Ranson am Bass und Brian Brignac am Schlagzeug. Während manche Nutzer eines teuren Drumkits klingen, als ob sie auf Omo-Deckeln herumtrommeln würden, ist es beim - dem verstorbenen Johnny Winter gewidmeten - langsamen "Firebird Blues" umgekehrt: Brian klingt klasse, obwohl er hier auf Pappkartons spielt (und David übrigens auf einer Bass-Ukulele).

Mit dem allbekannten, hier aber fast mit Jazz-Phrasierungen gespielten "Key To The Highway" und dem rollenden "Simcoe Street" klingt ein Album aus, in das Blues- und Slide-Fans sowie Freunde edelst handgemachter Musik hineinhören sollten.



-Klaus Reckert-


Full album


 
 
 

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