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System Of A Down - Mezmerize

Platte der Woche

KW 20/2005


System Of A Down - Mezmerize
Sony BMG Music
Format: CD

Zum Release SOAD-Sänger Serj Tankian: "Wir befinden uns im Umbruch, das vergangene Jahr war für alle eine sehr unruhige Zeit. Dies hat dafür gesorgt, dass bei uns sehr emotionsgeladenes Material entstand." Sehr emotionsgeladenes Material - ja, nee, is klar, SOAD machen jetzt in Untertreibung. Wenn eine Band die Emotionen in Songs manifestiert, dann doch mit Sicherheit System Of A Down. Und das nicht erst seit gestern. Keiner wütet so gekonnt durch Rock, Metal, Folklore, Hardcore, Pop und hat dabei auch noch eine Menge zu sagen. So auch auf dem ersten Teil eines Doppel-Albums, "Mezmerize". "Hypnotize" wird im Herbst folgen. Keine schlechte Entscheidung, erstmal einen Teil sacken zu lassen - denn seien wir mal ehrlich: Würde man einen SOAD-Doppelschlag überleben können?

Hatte man sich gerade von "Toxicity" erholt, wurde man von "Steal This Album" zwar nicht wirklich enttäuscht - die Songs waren gewohnt gut, aber der Kick wollte sich einfach nicht so einstellen wie beim Vorgänger -, konnte man sich an den Konzerten erfreuen, sowie an Serj Tankians diversen anderen Aktivitäten (u.a. "Axis Of Justice"). Jetzt gibt es endlich mit "Mezmerize" einen würdigen Nachfolger - der auch wieder einige Überraschungen innehat. War man Folkore schon von früheren SOAD-Songs gewohnt, gibt es bei "Radio / Video" stellenweise die volle Packung Polka! Mag sich seltsam anhören, passt aber absolut in den Song. Und auch der Einsatz von Keyboards bei "Old School Hollywood" mag dem ein oder anderen nicht gefallen, doch trägt dieser Sound dem Song Rechnung (wg. Old School). Ansonsten fällt positiv auf, dass Gitarrist Daron Malakian des Öfteren den Gesangs-Part übernimmt. Dies soll aber auf keinen Fall die Gesangs-Leistung von Serj Tankian schmälern - was er hier wieder abliefert, ist schon unglaublich. Mal sanft, mal schreit und gröhlt er sich die Seele aus dem Leib, top sind immer wieder die Passagen, bei denen er die Gitarren-Riffs begleitet. Doch Malakians Gesang bringt zusätzliches Gewicht in die Songs - die er übrigens mit Ausnahme von "Question!" alle im Alleingang geschrieben hat, die Texte sind größtenteils in Zusammenarbeit mit Tankian entstanden. Die beiden haben auch auf diesem Album allerhand zu sagen, stellen die richtigen Fragen ("Why do they always send the poor? / Why don't presidents fight the war?"), stellen Dinge korrekterweise fest ("It's a violent pornography / Choking chicks and sodomy / The kinda shit you get on your TV / Fuck / Turn off your TV / Can you say 'brainwashing'? / It's a non-stop disco." - "We'll all go down in history / With a sad Statue of Liberty / And a generation that didn't agree"), und können auch mal lustig sein ("My cock is much bigger than yours / My cock can walk right through the door"). Die dazugehörige Musik ist gewohnt abenteuerlich - derbes Gitarren-Geschrammel wird gefolgt von verträumten Passagen, das Inferno lauert immer an der nächsten Biegung. Jetzt erstmal "Mezmerize" sacken lassen, sich dann auf "Hypnotize" freuen. Das Jahr ist jetzt schon gerettet.



-Stefan Lund-




 
 
 

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