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Tonträger-Review
 
Spiritualized - Songs In A & E

Platte der Woche

KW 26/2008


Spiritualized - Songs In A & E
Sanctuary/Cooperative Music/Universal
Format: CD

Als Jason Spaceman letztes Jahr beim Haldern Festival mit seiner Acoustic Mainlines Show gastierte, rief das Konzert gemischte Gefühle hervor: Einerseits war es natürlich ganz nett, Spiritualized einmal in diesem ungewöhnlichen Setting - mit drei Gospel-Sängern und sieben Streichern - zu erleben. Andererseits erschien das Konzept dann klanglich doch ziemlich beschränkt - und fügte den alten Stücken nicht wirklich neue, geschweige denn fehlende Teile hinzu. Und als Live-Show funktionierte die Sache auch nur teilweise: Viele Zuschauer waren sich einig, dass sie so etwas lieber mal in Ruhe auf einem Tonträger gehabt hätten. Nun ist das neue Werk aber keineswegs eine Reproduktion dieser Live-Shows geworden (bei denen einige der neuen Tracks getestet wurden): Zwar gibt es auch hier Gospel-Chor und Streicher - doch nicht als Konzept, sondern als eine der vielen Zutaten, die in der Summe "Songs In A & E" ausmachen. Jasons lange Krankheit - eine schwere Lungenentzündung - hielt ihn zwei Jahre von den Arbeiten an der neuen Scheibe ab. Was im Nachhinein vielleicht ein Pluspunkt sein mag. Denn indem er sich selbst das neue Material wieder erarbeiten musste (unter anderem, indem ihn Regisseur Harmony Korine zu einem Soundtrack verpflichtete), erschloss sich der Meister offensichtlich neue Dimensionen.

Gegenüber früheren Spiritualized-Alben fällt die fast greifbare Rauheit ins Ohr (wo man doch aufgrund eins Orchesters eigentlich sogar mehr Bombast erwartet hätte). Das kommt zum einen durch Spacemans brüchige, offensichtlich von der Krankheit gezeichnete, raubeinige Stimme, zum anderen durch den scharfen Klang seines neuen Hauptinstrumentes, einer '29er Gibson und letztlich durch eine unmittelbare Hinwendung zu eher archaischen Musikformen wie dem Blues, dem Gospel oder erdverbundenem Rock'n'Roll (ein wenig in der Art der 70s-Stones). Die durch kurze Instrumentals verbundenen Songs gehören dabei zwar durchaus zu Spacemans besten Entwürfen, es ist jedoch das umwerfende Gesamtbild, das den Charme dieser Veröffentlichung ausmacht. Dazu gehört auch, dass keineswegs alles perfekt, sondern vielmehr organisch, menschlich und teilweise regelrecht nackt im Raume steht - nicht nur, aber vor allem bei den akustisch orientierten, balladesken Nummern. "Songs In A & E" ist so in vielerlei Hinsicht die bislang bemerkenswerteste Spiritualized-Scheibe geworden - auf jeden Fall aber die mit dem spannendsten Background.



-Ullrich Maurer-


Video: Soul On Fire


 
 
 

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