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Tonträger-Review
 
Brett Anderson - Slow Attack

Brett Anderson - Slow Attack
earMUSIC/edel
Format: CD

Schummerig, aber noch nicht ganz von der Dunkelheit umhüllt, tritt Brett Anderson aus der Stille heraus und beschreitet nach einer kreativen Pause mit seinem nunmehr dritten Soloalbum einen Weg, der erneut melancholischen Charakter besitzt und wie schon beim Vorgänger "Wilderness" von einer sparsamen Instrumentierung begleitet wird. In diesem Raum rückt die Empfindung und das innere Sein in den Mittelpunkt und wird klassisch mit Piano, Streichern und Holzblasinstrumenten umspielt.

Andersons Spürsinn für den behutsamen und tiefgründigen Umgang mit Herzensangelegenheiten wird auch auf dem neuen Album genügend Spielfläche eingeräumt. So entwickeln die Songs eine Eigendynamik und Intensität, die trotz oder gerade wegen ihrer bescheidenen und zurückhaltenden Art berühren. Wer Liebe erfährt, der weiß unter Umständen auch, wie sich Leid anfühlt. Brett Anderson singt nicht nur ein, sondern gleich elf Songs davon, wobei es ihm gelingt, sein Gefühl weder wehleidig oder gar jammernd erscheinen zu lassen. Stattdessen hüllt er den empfundenen Schmerz in ein wärmendes Gewand und scheint den Blick zumindest ab und zu vom grauen Himmel zu lösen. In sich gekehrt, aber nicht verschlossen, begibt er sich auf die Suche nach Antworten auf seine Fragen und verarbeitet diese mit Fingerspitzengefühl. Besonders Songs wie "Wheatfields", "Frozen Roads" oder "Julian's Eyes" vermitteln diesen Eindruck. Auch wenn so viel Melancholie die Sinne trübt, haftet dem Ganzen auch ein gewisser Trost an, der den Songs im Allgemeinen gut tut und ihre Schönheit unterstreicht.



-Annett Bonkowski-




 
 
 

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