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Weezer - Raditude

Weezer - Raditude
Interscope/Universal
Format: CD

Verdammt, was hat man diese Band geliebt, als man noch jung war: Das blaue Album, eines der großartigsten Platten der 1990er Jahre. Dann das von vielen unverstandene, düstere Meisterwerk der Introspektion namens "Pinkerton". Und die Überhits "Hash Pipe" und "Island In The Sun" (das wahrscheinlich bis heute auf jedem zweiten Sommer-Mixtape für Mädchen auftaucht) vom grünen Album.

Doch dann kam bekanntlich der Abstieg: "Maladroit" hatte immerhin noch das tolle "Keep Fishin'" als Single, war sonst aber Dutzendware. "Make Believe" war dann Schund der schlimmsten Sorte. Mit dem roten Album vom letzten Jahr ging es dann endlich wieder etwas bergauf. "Raditude" wiederum ist ein kleiner Rückschritt im Vergleich zum Vorgänger - aber keine Angst: Es ist nicht so schlecht, wie viele behaupten.

Der Genius eines Rivers Cuomo lässt sich so leicht schließlich nicht kleinkriegen. Noch immer schüttelt er Power-Pop-Melodien am Fließband aus dem Ärmel, für die andere Songwriter ihren linken Arm hergeben würden. Über weite Strecken ist der Sound des Albums sogar recht nah am legendären blauen Album. Das bewahrt die Band jedoch nicht vor neuerlichen Tiefpunkten wie dem Bollywood-Stück "Love Is The Answer" (mit Autotune!) und "Can't Stop Partying" mit veritabel verhalltem 80er-Dancefloor-Sound und einem unsäglich peinlichen Hiphop-Intermezzo nach etwa zweieinhalb Minuten. Im nächsten Song "Put Me Back Together" mit deutlichen Killers-Parallelen wird deutlich, dass der 80er-Sound sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album zieht.

Einerseits schade, dass auch die ehemaligen 90er-Helden Weezer sich derartig korrumpieren lassen müssen. Andererseits ist dies höchst konsequent, ist dies doch die Zeit, in der Frontmann Rivers Cuomo selbst ein Teenager war. Denn dies ist schließlich genau die Perspektive, die er in allen Songs auf "Raditude" einzunehmen scheint. Was auch die - nun ja - etwas naiv-dämlichen Texte erklären dürfte. Die Zeiten, in denen Weezer eine relevante Band waren, sind einfach vorbei. Und wer sie heute trotzdem mal hören möchte, legt eines der ersten Alben auf.



-Felix Maliers-




 
 
 

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