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Cryptex - Good Morning, How Did You Live?

Cryptex - Good Morning, How Did You Live?
Saol/H'art/Zebralution
Format: CD

So so, Cryptex. Unbelastet von Vorwissen klingt der Name nach einem Gruftvernichtungsmittel (beruht aber tatsächlich wohl auf Dan Brown, vgl. 4. Surf-Tipp). Und unbelastet von einem Promowisch klingt diese Band wie das Schärfste, was Schwedens unerschöpflich sprudelnde (Retro-)ProgRock-Quellen derzeit zu bieten haben.

Und das bleibt auch starker Stoff - selbst wenn die Band, wie das Labelinfo weiß, halt doch eher aus Salzgitter/Braunschweig stammt und nicht erst seit dem School-Jam-Contest 2009 konkret an der Rock-Karriere bastelt. Die stärkste Scheibe des noch jungen Jahres nach DeWolff (letzte Woche in diesem Kino) bläst einfach weg mit einer Morgengabe aus schon nicht mehr melodiösen, sondern melodiebesoffenen Pracht aus 16 Tracks, die eine Mischung aus wirklich vielem sein könnten, was aus den Siebziger Jahren stets noch hörenswert ist. Da wechselt pianogetriebener Rock ("Hicksville...") sich ab mit zeitlos rundumerneuertem BritPop ("Dance Of The Strange Folk"), mit zauberhaftem Abgehrock ("Bagheera"), handclaps-getriebenem Flamenco ("Gypsy's Lullaby"), Reggae ("Camden Town"), konstruktivem New Orleans-Bläsersatz-Irrsinn ("The Big Easy") und Heavy Desert/Southern Rock (das Intro zu "Most Loveable Monster").

Über allem schwebt Simon Moskons fabelhafte Stimme, die man vielleicht als eine angenehmere, unknödelige und variantenreichere Variante von Dennis DeYoung (Styx) beschreiben könnte (vgl. den Tearjerker "Mom" oder den nur von ihm stammenden phantastischen Satzgesang auf "Alois").

Das Ganze wird mit offensichtlichem Vergnügen, Humor ("Intro") und selten gehörter Instrumentierung (Didgeridoo, Cajón, Sansula/Lamellophon, viel exotischer Percussion, tolle Streicher aus der Dose) dargeboten. Die intelligenten Texte und pfiffigen Titel ("A Colour Called Gently") sowie das nicht auf jeder Seite unbedingt ästhetische, aber stets originelle Artwork tun ein Übriges. In Summe eines der tollsten Debütalben, das man je gehört hat - Good morning, how did you manage to live without this record all your life?



-Klaus Reckert-




 
 
 

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