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Gus Black - The Day I Realized

Gus Black - The Day I Realized
India Records/Rough Trade
Format: CD

Gus Black ist immer dann am Besten, wenn er zweifelt. Seit "Uncivilized Love" zweifelte er daran, ob er musikalisch auf dem richtigen Weg sei, und legte dann im Folgenden jeweils seine stärksten Scheiben vor. Das unter mächtigem Zweifeldruck unter dem Eindruck der Trennung von seiner Frau entstandene "Autumn Days" war eine ruppige Abkehr zum poppigen Sound des Vorgängers. Die dann folgende akustische Aufarbeitung dieses Materials gab eine neue musikalische Richtung vor. So zweifelte Gus bei seinem nächsten Album "Today Is Not The Day..." dermaßen, dass er das konventionelle aufbereitete Material für eine ganze Scheibe (zweifelnd) plattmachte und bei Null neu aufsetzte. Das daraus resultierende Album war eine resolute Abkehr von allem, was mit Rock'n'Roll zu tun hat und eine bewusste Hinwendung zur asketischen Selbstanalyse. Es war auch Gus' bestes und erfolgreichstes Album. Danach zweifelte er allerdings daran, ob es Sinn mache, überhaupt mit der Musik weiterzumachen und dann im Folgenden zweifelte er lange, ob die neuen Songs so, wie er sie eingespielt hatte, zu gebrauchen seien und zögerte die Veröffentlichung lange heraus.

Das Ergebnis, "The Day I Realized", ist nun eine faszinierende Kumulation all dessen, was vorangegangen war. Es spielt sich immer noch alles in einem weitestgehend akustischen Setting ab - wie bei "Today" - allerdings schrieb Gus hier die besseren Songs und arrangierte diese auch etwas abwechslungsreicher. Und: Das neue Werk ist ausnahmsweise ein Mal nicht nur depressiv, sarkastisch und düster. Denn Gus entdeckte das Liebeslied für sich - wobei ihm das Kunststück gelang, deswegen musikalisch nicht in fröhliche Dur-Belanglosigkeiten abzudriften, sondern seinem verschleppten Grummel-Stil im Prinzip treu blieb. Man sollte hier zugreifen, bevor dieses von weiteren Zweifeln alles wieder weggewischt wird. Hier erleben wir einen Gus Black, der - zumindest für den Moment - mal mit sich im Reinen ist und diese Positive Energie nutzte, eine entsprechend positive Scheibe hinzulegen.



-Ullrich Maurer-




 
 
 

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