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Der Tönit - Tanztherapie

Der Tönit - Tanztherapie
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Format: CD

Eine weitere Veröffentlichung des rührigen süddeutschen Labels 'Tonträger und Tonträger' liegt hier mit dem Debütalbum des Elektrobastlers 'Der Tönit' vor. Es zeigt wie bei dem V.B.Kühl- Release einen ständigen Hang zum Experiment, denn fast während der gesamten Spielzeit wird das Ohr von einer Unmenge an Soundschnipseln und sperrigen Beats belagert. Jedoch kommt schnell das Gefühl auf, dass die sicher vorhandenen Ideen nicht recht ausreichen wollen, ein Album über eine Länge von fast einer Stunde zu tragen. Ein- und Ausstieg sind sicher charmant gelungen mit einer Rock'n Roll-Standard-Adaption ("Rock'n'Tönit") sowie einer allgemeinen Betrachtung über den Sonntag als Chillout ('Bonus Track'). Dazwischen aber klingt es an vielen Stellen zu sehr nach Kids, die partout und mit allen Mitteln den Mittagsschlaf ihrer Eltern oder die Feierabendseligkeit zerstören wollen. Den idealen Soundtrack dazu jedenfalls bekommen sie frei Haus geliefert. Schnell beginnen die Grenzen zwischen experimentellem, künstlerisch-kreativem Anspruch und Lärm zu verfliessen. Dass natürlich auch Lärm Kunst sein kann oder will, haben indes auch schon andere zuvor bewiesen und es wird die ewige Diskussion sein und bleiben, an der sich schon Legionen von Kunststudenten und Musikkritikern versucht haben.
'Der Tönit' folgt in seinen besten Momenten den Spuren Moby's ('My Dear') oder sogar den dunkelgewandeten ElectronicBodyMusic- Schöpfern der ausgehenden 80er Jahre ('Bass Lord','Something Of Kurt'). Drum'n'Bass-Parts lassen noch etwas an fetter Produktion vermissen und bleiben zu oft auf halbem Wege stecken, sind aber im Ansatz durchaus ausbaufähig. Die Scheibe gewinnt meist dann, wenn Melodien oder auch nur deren Fragmente erkennbar sind. 'Zwischen Melancholie und Frohsinn' sind die Worte der Plattenfirma - 'Zwischen Melancholie und Wahnsinn' würde ich es bezeichnen. Liesse sich der Wahnsinn etwas mehr noch kanalisieren und in Ideen umsetzen oder würde man von dem hohen Anspruch herunterkommen, gleich 60 Minuten füllen zu wollen, dürfte man auf weitere Ergüsse durchaus gespannt sein.


-Michael Kellenbenz-



Der Tönit


 
 
 

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