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Chad Vangaalen - Diaper Island

Chad Vangaalen - Diaper Island
Sub Pop/Cargo
Format: CD

Im Rahmen einer Album-Veröffentlichung lässt sich wohl kaum vom einem persönlichen Versteckspiel sprechen, doch scheint es genau das zu sein, was Chad Vangaalen auf "Diaper Island" in vielfacher, klanglicher Hinsicht tut. Es ist nicht neu, dass er dem Lo-Fi einiges abgewinnt und diesen immer wieder auf Albumlänge zur Schau trägt, aber war das in der Vergangenheit nicht ganz so auffällig wie bei den neuen Stücken. Diese sind vom Charakter her zwar oftmals gewohnt zurückhaltend und in Singer-Songwriter-Manier gehalten, wechseln ihr Wesen jedoch auch bei den rockigeren Stücken nur oberflächlich. Während die Instrumentation sich freigiebig und laut Luft macht, ist es die Stimme von Chad Vangaalen, die nicht aus sich herauskommt, aus sicherer Entfernung ihren Beitrag leistet und immer den Abstand zu allem anderen wahrt, als müsste sie im Notfall in Deckung gehen oder gar flüchten.

Dabei hätte sie allen Grund dazu sich ebenfalls selbstsicherer und dominanter in den Vordergrund zu stellen, beweist eine Vielzahl der Songs auf "Diaper Island" doch, dass Vangaalen einen größeren Hang zur Rock-Musik hat als bisher vermutet und diesen auf unterschiedliche Art und Weise in seinen Songs interpretieren kann. Die anfängliche Schüchternheit gegenüber allzu tönendem Songmaterial wird schnell abgelegt und weicht einer Reihe von Stücken, die Spaß daran haben, den ihnen zugestandenen spielerischen Freiraum bestmöglich zu nutzen. Verletzlichkeit ist und bleibt aber ein wesentlicher Bestandteil in der Musik Vangaalens, auch wenn die Akustikgitarre einmal pausiert, denn "Diaper Island" lebt von seinen Ecken und Kanten, leicht verwegenen Passagen oder den einen oder anderen schrägen Momenten. Ob mit oder ohne Verzerrer, "Diaper Island" mausert sich mal mehr, mal weniger geradlinig zu einem Werk, dessen Persönlichkeit so eigen ist wie das Naturell seines Schöpfers und dieses somit recht treffend unterstreicht.



-Annett Bonkowski-




 
 
 

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