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The War On Drugs - Slave Ambient

Platte der Woche

KW 32/2011


The War On Drugs - Slave Ambient
Secretly Canadian/Cargo
Format: CD

Kurt Viles fantastisches Album "Smoke Ring For My Halo" hatten wir hier ja erst vor Kurzem. Und eben dieser Vile war es, der gemeinsam mit Adam Granduciel im Jahr 2003 die Band The War On Drugs gründete. Vile ist zwar bereits Ende 2008 aus der Band ausgestiegen - sein Einfluss auf die Musik der Band ist aber nach wie vor unverkennbar.

Das ist auch gut so, denn eigentlich kann nichts Schlechtes dabei rauskommen, wenn Kurt Vile irgendwo - wenn auch nur entfernt - seine Finger im Spiel hatte. So auch auf "Slave Ambient", dem zweiten Album des Trios aus Philadelphia. Es ist schon beängstigend, wie ähnlich Kurt Vile und Sänger Granduciel stellenweise klingen. Auch die Grundlage der Musik - staubtrockener Americana - ist in beiden Fällen nah bei einander.

Was "Slave Ambient" jedoch deutlich von Kurt Viles Sound unterscheidet, ist die Dringlichkeit: Während Viles Musik sich häufig eher dahinschleppt, bauen The War On Drugs mit Songs wie "Your Love Is Calling My Name" oder "Baby Missiles" richtig Druck auf. Im darauffolgenden Stück, dem instrumentalen "The Animator", scheint die Band noch einmal kurz Luft zu holen, bevor es mit dem treibenden "Come To The City" weitergeht.

The War On Drugs scheuen sich jedoch auch nicht, die Pfade des puristischen Americana zu verlassen, und ihre Arrangements mit Keyboards und viel Echo ordentlich aufzupusten. Nicht zuletzt dadurch gelingt es Ihnen, herrlich sehnsüchtige Klänge zu erzeugen ("It's Your Destiny"), die den Reiz von "Slave Ambient" und ausmachen und aufgrund ihrer Weite gleichzeitig uramerikanisch anmuten.

Peinliche Stadion-Rock-Momente werden dabei gekonnt umschifft, indem sich die Band, insbesondere Granduciel am Mikrophon, immer dann zurücknimmt, wenn es notwendig ist. Mit "Slave Ambient" liefern The War On Drugs ein tolles zweites Album ab, zu dem man eigentlich am liebsten mit einem knallroten amerikanischen Straßenkreuzer mit einem Kofferraum voller Dosenbier über die Freeways und durch den Staub der großen Ebenen brettern würde, statt bei Regen im grauen zu Büro zu sitzen. Eine Platte voller Sehnsucht eben.



-Felix Maliers-


Video zu "Baby Missiles"


 
 
 

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