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The Jimi Hendrix Experience - Live At Winterland

The Jimi Hendrix Experience - Live At Winterland
Experience Hendrix/Legacy/Sony Music
Format: Boxset

Der Sockel für Jimi Hendrix' Monument ist gerade wieder bedeutend höher und breiter geworden. Angebaut hat wieder die Experience Hendrix Foundation, Bausteine des Jimi Hendrix Catalog Projects sind u.a. die vorliegende "Deluxe Box", aber auch ein Reissue von "Hendrix In The West" sowie zwei DVDs (letztere mit Rezension auf Gaesteliste.de). Die uns jetzt beschäftigende "Live At Winterland"-Box kann relativ günstig und mit 4 CDs oder 8 LPs bestückt erworben werden. Sie dokumentieren Auftritte des Trios zwischen dem 10. und 12. Oktober 1968. An diesen drei Tagen spielte die aktuell aus Noel Redding und Mitch Mitchell bestehende Experience ganze sechs Sets im Winterland Ballroom, der legendären ehemaligen Eissporthalle, die durch u.a. Bill Graham zum Rocktempel par excellence in San Francisco wurde.

Das heute als Meilenstein der Rockmusik betrachtete Album "Electric Ladyland" sollte in der folgenden Woche erscheinen und warf hier schon einen kleinen Schatten voraus: "Voodoo Child (Slight Return) " erscheint beim letzten Set (CD4). Der Schwerpunkt der Shows aber lag auf zu wunderbaren Jams ausgebauten Versionen von etwa "Tax Free", den langsamen Blues-Nummern "Hear My Train A Comin'" und "Red House" oder Klassikern wie "Manic Depression". Dylans "All Along The Watchtower" war noch nicht im Programm, dafür aber "Like A Rolling Stone" (eine ruhige, melodische Fassung auf CD2, mit Herbie Rich an der Hammond-Orgel). Andere gespielte Cover-Versionen sind beispielsweise Creams "Sunshine Of Your Love" oder Howling Wolfs "Killing Floor" (CD1, mit einem Gastauftritt des Jefferson Airplane- und Hot Tuna-Bassisten Jack Casady). Die Band, allen voran Mitchell, war ohrenscheinlich in Höchstform, beispielsweise die schon fast Jazz-artige Interaktion des Trios auf "Hear My Train..." ist einfach beeindruckend, die Fassung von "Are You Experienced" (CD4) braucht keinerlei Konkurrenz zu fürchten (außer vielleicht von der Version auf CD2 mit Virgil Gonsalves [Buddy Miles Express] an der Querflöte). Und auch die hier enthaltene Fassung von "Star Spangled Banner" (CD1) ist wohl die stärkste bislang gehörte - sie wird von einem Solo eingeleitet, das an Chicagos "Free Form Guitar" erinnert. Wenn man die Zeit dazu hat, kann man die Box genüsslich durchhören, ohne dass dies je langweilig würde. Dafür sorgt nicht zuletzt die Variation der Setlists (z.B. "Little Wing" und "Spanish Castle Magic" oder "Wild Thing" erscheinen nur auf CD3). Der Eindruck, den historischen Konzerten wirklich beizuwohnen, wird dadurch verstärkt, dass hier nichts editiert wurde: Jede An- und Abmoderation, jede Unterbrechung durch Technikprobleme mit den gepeinigten Amps, jede häufige und längliche Stimmpause sind enthalten.

Laut Legacy Records unterscheidet sich diese Edition "inhaltlich deutlich von einer 1987 und 1988 bei Rykodisc veröffentlichten, mittlerweile vergriffenen Single-Disc-Compilation, die sich denselben Konzerten widmet." Überdies enthält die Box ein zeitgenössisches Interview von 19 Minuten mit Hendrix. Es wurde wenige Wochen nach den Winterland-Gigs im Backstage-Bereich des Boston Garden geführt. Ein 34-seitiges Booklet mit erstmals veröffentlichten, teils spektakulären Bildern der Fotografen Robert Knight, Allen Tannenbaum und Jim Marshall sowie Liner Notes von David Fricke (Rolling Stone Magazin) runden das wahrlich luxuriöse Paket ab.



-Klaus Reckert-


The Jimi Hendrix Experience - "Tax Free", live @ Winterland


 
 
 

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