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Colour Haze - She Said

Colour Haze - She Said
Elektrohasch/Sonic Rendezvous
Format: CD

Die Geschichte dieser jüngsten Veröffentlichung der deutschen Stoner-/Psychedelic-Granden ist von Pleiten, Pech und Phasenverschiebungen gezeichnet. Aber nur produktionsseitig, nicht etwa beim kreativen Prozess! Nach endlos wirkenden Mühen ist die Doppel-CD-Version von "She Said" nun endlich verfügbar. Voraussichtlich noch bis zum Tourstart am 27.09.12 müssen sich allerdings Fans gedulden, die sich standesgemäß mit dem Doppelvinyl steinigen wollen - denn dessen erste Pressung wies Fehler auf... Die CDs allerdings scheinen zu funzen, weisen sogar einen brillanteren Sound auf als bislang von den Münchnern gewohnt. Und vor allem: sie überzeugen musikalisch von den ersten Takten an. Wer beim sehr leisen, sich mit Percussions und Piano begnügenden Intro vom aufmachenden Titelstück auf Zimmerlautstärke nachregelt, bekommt beim ersten richtigen Axt-Einsatz von Bandboss Stefan Koglek gehörig die Ohrwascheln sortiert - recht so. Im späteren Verlauf wird auf gar nicht abgeschmackte Art mit Hendrix-Motiven gespielt. Percussion-Stürme sowie Stefans dann mehr Sustain zugebender Sound lassen schließlich an frühe Santana denken - allein schon das erste Stück schürt die Vorfreude auf die Ende September beginnende Tour!

Der Kritikus gesteht: Nicht alle bisherigen Colour Haze-Alben vermochten ihn stets über die gesamte Laufzeit zu fesseln. Dieses Problem ist bei den rund 82 Minuten von "She Said" bislang nicht eingetreten. Die buntneblige Mixtur scheint eingängiger, die Arrangements stringenter geworden zu sein, ohne aber dabei die Jam-hafte Lebendigkeit völlig abzustreifen. Vielleicht ist sogar das Mikro-Nuscheln etwas gesangshafter geworden... "Transformation" hebt sanft mit rückwärts abgespielten Gitarren an, um sich schließlich doch zu einem grandiosen Finale aufzuschwingen.

Auch CD2 stellt einen 19-Minüter an den Anfang, der Atem des u.a. sehr schöne Akustikgitarren aufweisenden "Breathe" riecht streckenweise ein wenig nach alten Fleetwood Mac. Dass es auch trockener geht, beweisen etwa "Slowdown" und "Rite". Das abschließende "Grace" hingegen fährt sogar ein Streichquartett auf - arrangiert von Keyboarder Christan W. Hawellek (pno, rhodes; u.a. Solitude, der auch schon auf "Gold & Silver" sowie "Tempel" mitgewirkt hatte) sowie Trompete und Flügelhorn auf. Und wirkt dennoch nicht überladen, sondern zwingend, als müsste das alles so sein. Außerdem auf der Gästeliste: Roman Bichler (synth, mell). Starkes Album, voraussichtlich hervorragende Tour, uns sind drei Stunden-Sets versprochen.



-Klaus Reckert-


She Said Tour (new songs)
"Transformation", live 2011

 
 
 

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