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Kyla La Grange - Ashes

Platte der Woche

KW 02/2013


Kyla La Grange - Ashes
Ioki/Sony Music
Format: CD

Kyla La Grange stammt aus der englischen Provinz, hat eine klassische Gesangsausbildung genossen, eine einzigartig weiche Gesangsstimme, bezeichnet Bonnie Tyler als Vorbild, schreibt Songs seit sie 12 ist, hat Philosophie in Oxford studiert, ist öfters mal deprimiert und macht sich schwerwiegende Gedanken über dieses und jenes. Sie hätte also die besten Voraussetzungen, sich nahtlos zwischen den Folkpop-Queens ihrer Generation einzureihen und pflegeleichte, nette, melancholische Akustikpop-Songs zu fabrizieren - so, wie sich das für junge Songwriterinnen eben so gehört. Zumal einige ihrer selbstverlegten Songs auch in diese Richtungen deuteten. Dass sie sich dann aber entschloss - auf dem eigenen Label und mit einem Major-Deal im Rücken - die Songs auf ihrem nun vorliegenden Debüt-Album geradezu auseinanderzunehmen und auf ziemlich despektierliche, ruppige und ungeschliffene Art wieder zusammenzusetzen, überrascht dann doch ein wenig. (Und ehrt sie natürlich durchaus auch.)

Dabei nimmt sie sich als Sängerin scheinbar gar nicht so wichtig, sondern achtet lieber darauf, dass die Songs genügend Energie und Credibility behalten und so klingen, wie sie sie mit ihrer Band live performt. Die ersten vier Tracks von "Ashes" überraschen z.B. - bei allem Pop-Appeal, den sie rein von der Struktur her besitzen - durch schnarrende, harsche Gitarrensounds, übersteuerte Drums und ganze Wolken von Hall, in denen ihre Stimme geradezu ertränkt scheint. Das ist ziemlich mutig, zeigt aber, dass Kyla La Grange eben nicht zur Riege der Pop-Dolls gehören möchte. Seit Anna Calvi hat jedenfalls niemand mehr eine so klare Vorstellung von einem eigenen Sound-Design gehabt wie Kyla La Grange. Und inhaltlich seziert sie gleich vier zerbrochene Beziehungen - was jede Menge Material für sperrige, kleine Kitchen-Sink-Dramen ergibt, mit denen sich insbesondere Gleichaltrige gut identifizieren können. Kompromisse gibt es hier jedenfalls keine - und schon gar keine Konzessionen an den Massengeschmack. Schwer vorstellbar, dass Kyla La Grange ein Mal wie Amy MacDonald oder Katie Melua den Weg in die Feuilletons finden sollte.



-Ullrich Maurer-


Video: "Vampire Smile"


 
 
 

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