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Faith No More - Sol Invictus

Platte der Woche

KW 20/2015


Faith No More - Sol Invictus
Ipecac/Pias Cooperative/Rough Trade
Format: CD

Da ist es. Da ist es. DA IST ES. "Sol Invictus". Das neue Album von Faith No More. Das erste Album seit 18 Jahren. DAS erste Album seit 18 Jahren. Vorbei mit der Spannung. Vorbei mit der Sorge und der Vorfreude. Denn jetzt wissen wir, wie es klingt. Wie ES klingt.

Auf der einen Seite war die Zuversicht natürlich schon immer groß, dass dieses Album ein tolles werden wird. Denn ein Mike Patton würde sicher nichts veröffentlichen, das schlecht ist, das nicht berauschend toll ist. Dafür ist er zu sehr Künstler, dafür braucht er Faith No More zu wenig. Und die ersten Songs versprachen ebenfalls Tolles. "Motherfucker" und ganz besonders "Superhero". Ja, so stellte man sie sich vor, genau das hatte man vermisst. So müssen Faith No More 2015 klingen. Typisch und doch anders. Aber ziehen sie das durch? Oder erfinden sie sich doch ein bisschen zu sehr neu und das mag man dann gar nicht mehr? Oder klingt der Rest zu sehr nach früher und einer eigenen Kopie?

Blur standen vor einem ähnlichen Problem und lösten es unglaublich souverän, "The Magic Whip" ist ein großartiges Album. "Sol Invictus" ist es auch. Willkommen zurück, Faith No More. Der Titeltrack eröffnet und hat trotz 2,38 Minuten Länge Intro-Charakter, danach das bekannte "Superhero". Und dann geht es los. "Sunny Side Up", ein dunkel-wirres Stück Patton-Popmusik, das wächst und wächst und in den Wahnsinn wächst. Dann "Separation Anxiety", ein Stück härter, noch eine Nummer psychedlischer. Schwierig, verspielt, verkopft. Und dann glasklar, hymnisch und wunderschön. Schon jetzt ist dieses Album nicht nur famos, schon jetzt ist auch klar, dass Faith No More mit der Zeit und genauer gesagt mit den Projekten von Mike Patton gegangen sind, ohne wie ein Projekt von Patton zu klingen. Und genau das ziehen sie durch, 39 Minuten lang gibt es hier Faith No More mit all dem, was sie damals, was sie auf dem "Album Of The Year", auf "King For A Day" und auch auf "Angel Dust" gemacht haben. Bottums Keyboards geben dem Ganzen weiter das gewisse Etwas, Pattons Gesänge sind noch immer einzigartig, Bass und Schlagzeug geben immer noch dezent den Takt an und wenn man die Gitarre braucht, dann ist sie da.

Doch Songs wie "Rise Of The Fall" oder "Black Friday" und irgendwie jeder Moment hier kommt eben eine Nummer wilder, eine Nummer wirrer, hier und da ("Motherfucker") auch eine Nummer kränker. Aber was anderes hätten sie auch gar nicht machen können. "Epic Pt. 2"? "The New Midlife Crisis"? Nein, das wären nicht Faith No More. Faith No More sind "From The Dead", Faith No More sind "Superhero", Faith No More sind "Motherfucker".



-Mathias Frank-


Video: "Superhero"
Stream: "Motherfucker"


 
 
 

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