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Honey Hahs - Dear Someone, Happy Something

Platte der Woche

KW 36/2018


Honey Hahs - Dear Someone, Happy Something
Rough Trade Records/Beggars Group/Indigo
Format: CD

"Age is just a number" sagt der Englische, wenn er meint, dass das Alter keine Rolle spiele. Die Zahlen, die hier den Ausschlag geben, sind dennoch ganz schön beeindruckend, denn Rowan, Robin und Sylvie, die drei Schwestern aus London, um die es hier geht, waren zum Zeitpunkt, zu dem sie dieses bemerkenswerte Debüt einspielten, gerade mal 16, 13 und 11 Jahre alt. Einer ihrer Fans, Jarvis Cocker, meint dazu, dass das nun wirklich keine große Rolle spiele, da die Musik der Honey Hahs - über die Generationen weg - zu uns allen spreche. Was sie definitiv auch tut. Wie sie es geschafft haben, in diesem Alter eine solch grandiose Songsammlung hinzukomponieren, ist dann doch schon ein wenig erstaunlich. Denn egal wie intensiv sie auch die Plattensammlung ihrer Eltern studiert haben mögen (was in solchen Fällen ja normalerweise so ist), hätten sie ohne eigene kreative Idee niemals auf die Ideen kommen können, die sie hier präsentieren.

Das gilt zum einen musikalisch: Es gibt eine Art charmanten Neo-Hippie-Folkpop, der etwas ungelenk, aber durchaus sympathisch dargeboten wird und der geschickt und keineswegs unoriginell, zuweilen gar überraschend komplex um die Gesangspartien der Mädels herum inszeniert (und von Produzent Steve Mackey effektiv in Szene gesetzt) ist. Und dann sind da noch die Geschichten, die sich die Schwestern ausdenken. Und diese reichen von dem Anti Trump Agitprop-Song "Stop Him" über die anrührende Umweltschutz-Utopie "Concrete" bis hin zum spirituellen Selbstfindungssong "Sometime Ago", in dem das Trio altersweise auf die eigene Geschichte zurückblickt. Wie sie sowas hinbekommen, zeigt das aktuelle Video zu dem Song "River", denn hier ließen sich die Damen von einem Spielfilm ("The Bridge To Terabithia") inspirieren und in einem Interview mit dem Uncut-Magazin räumen sie freimütig ein, dass sie durchaus über Sachen schreiben, die andere Leute betreffen, weil sie selbst ja noch nicht so viel erlebt haben. Warum aber auch nicht, wenn das so effektiv ist? Dass sie dabei selbstironisch mit dem Kinderliedformat auf der einen Seite und der effektiv inszenierten Indie-Oper auf der anderen spielen, ehrt sie zusätzlich. Da sage noch mal einer, die Jugend von heute habe nur Flausen im Kopf.



-Ullrich Maurer-


Video: "Beer Fear"
Video: "River"


 
 
 

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