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Dendemann - Da nich für!

Dendemann - Da nich für!
Vertigo/Universal
Format: CD

Nebenbei hören ist nicht. Nicht mal kurz. Nicht mal nur so zwischendurch. Dafür ist Dendemanns Album viel zu spannend, viel zu gut, ist da viel zu viel drin. Musikalisch, textlich, überhaupt. Oder kurz: Monster-Album. Und schon wieder Deutschrap auf Gaesteliste.de. Sorry.

Doch was wir gerade erst über Yassins "Ypsilon" schrieben, "Es sind Künstler wie Yassin, die zeigen, dass Deutschrap nicht nur Bushido und Kollegah sind, dass Deutschrap Kunst ist, politisch, spannend, einfach richtig, richtig gut", das gilt auch hier. Dendemann, der nächste Deutschrapretter, der nächste gute Typ, dessen größte Leistung es vielleicht ist, das Beste von seinem Damals mit dem besten Dendemann 2019 zu vereinen, Old School Rap der Hamburger Schule trifft den Sound von heute. Und das in einer äußerst cleveren und gleichzeitig sehr natürlich klingenden Kombination. 100 Prozent Dendemann, für Fans von damals und heute. Das schafft nicht jeder. Nicht jeder tobt sich so aus, liefert so ab. Und verdammt, was liefert er hier für Tracks ab. Einer besser als der andere, echt wahr. Sei es das bedrückende, rioreiserische "Zauberland" oder "BGSTRNG" mit den Beginnern, das bereits bekannte "Parolen" oder das ebenso deutliche "Müde" ("Müde von den Rechten, den Faschos, den Naziparteien"), die Casper-Zusammenarbeit "Alle Jubilare wieder", das tanzvolle "Ich Dende also bin ich" oder "Zeitumstellung" mit Kopfnickunausweichlichkeit und Teutilla und damit Arnim Teutoburg-Weiß von den Beatsteaks. Und eben alle anderen auch. Noch besser: die Texte, seine Geschichten über den Künstler, Raps über Rap und Reime gegen Nazis. Hinter jedem Wort, hinter jeden Silbe kann der nächste Schlenker kommen, die nächste Anspielung, das nächste Zitat vom Bordstein bis zum Stress ohne Grund, von Slime bis eben Rio Reiser, von (Ihr zur Uni, ich zu) Anarchist Academy bis zu Too Strong, der nächste sensationelle Reim, die nächsten sensationellen Lines. Für Künstler wie Dendemann wurde Lyrik erfunden.



-Mathias Frank-


Video: "Keine Parolen"
Video: "Littbarski" feat. Trettmann
Video: "Wo ich wech bin"


 
 
 

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