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Pain Of Salvation - Remedy Lane

Pain Of Salvation - Remedy Lane
InsideOut/SPV
Format: CD

Nur damit das bittschön! noch hier ganz vorne im Anreißertext zu lesen ist: Um gegen dieses melancholisch-zerrissene, gleichwohl einfach grandiose MEISTERWERK des noch jungen Jahres auch nur den Schatten einer Chance des Anstinkens haben zu können, müßten Tonnagen anderer Scheiben vermutlich noch ein paar Jahre ins Studio zurück - und wären trotzdem chancenlos ;-)

Progressive Rock à la Pain Of Salvation (P.O.S.), das hat immer primär schon geheissen: Daniel Gildenlöw als Mastermind, Hauptsongwriter, schwindelerregender Gitarrist, gelegentlicher Keyboarder und vor allem einziger mir bekannter Sänger, der in der einen Sekunde wie der junge Glen Hughes (Trapeze, Deep Purple) und in der anderen wie Geoff Tate (Queensryche) klingen kann. Wie tierisch gut er wirklich ist, hat Daniel einem größeren, hingerissenen Publikum unlängst noch auf dem ProgPower-Festival (mit P.O.S.) und dann endlich weltweit auf der Tour von Transatlantic vorführen können, wo er als fünftes Mitglied zumindest der Tourband eine der fesselndsten Figuren abgab.

Das '96er Debüt "Entropia" ließ schon Großes ahnen; "One Hour By The Concrete Lake" von '98 verrät neben all der wundervollen, teilweise aber auch sperrigen Ausnahme-Musikalität dieser Musiker u.a. eine intellektuelle Durchdringung des Themas "Verantwortung des Menschen für die Erde", wie sie bei kaum einem anderen Major Rock Act sonst gefunden werden kann; "The Perfect Element Part I" ist für Endesunterschrieben seit Erscheinen 2000 ein bislang unerreichtes Meisterwerk des ProgMetal; und nun ist - passend zur Tournee mit Dream Theater im kommenden Monat auch in unseren Landen! (vgl. Tourtipps!) - also auch das neue Album da. Und ist wieder mal ein Probstein dafür, wie tief man sich auf Musik überhaupt einlassen mag. Denn wessen Antwort lautet "nicht besonders tief" - den kann das Statement "Remedy Lane" vermutlich sogar abstoßen. Falls man jedoch zu der Reise bereit ist, setzt einen diese Musik garantiert an einem Ort ab, wo man zuvor noch nicht gewesen ist.

Textlich betrachtet bietet "Remedy Lane" einen Rahmen, innerhalb dessen vornehmlich das Thema einer gescheiterten Beziehung Daniels von der Vor- bist zur Haupthölle abgeschritten wird. Musikalisch gesehen korrespondiert diesen von den Vollblutmusikern einschließlich Daniels Bruders Kristoffer Gildenlöw so eindringlich erzählten Geschichten ein Wechselbad, wie man es vermutlich seit der unerreicht bleibenden "Operation Mindcrime" der mittlerweile zur bis zum Abwinken in Mittelmäßigkeit versunkenen Queensryche nicht mehr vernehmen konnte. Bin wirklich gespannt auf die Tournee mit Dream Theater, und noch mehr darauf, ob's in 2002 denn wirklich etwas NOCH schöneres auf die Muscheln geben wird als "Ending Theme", als "This Heart Of Mine", "Chain Sling", "Dryad Of The Woods", "Second Love", "Beyond The Pale" und vor allem als dies quälend-beseeligende "Rope Ends"...



-Klaus Reckert-



 
 
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