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Everon - Bridge

Everon - Bridge
Mascot
Format: CD

Der Rattenfänger von Hameln lebt immer noch! Nur treibt er jetzt sein gräulich' Unwesen in den Spacelab-Studios zu Moers und in der Umgebung von Krefeld und lockt statt mit Flötentönen mit digitalen Silberlingen alles hinter sich her. Und schlimmer noch: Der alte Zaubersmann becirct heute nicht nur Kinder: Wer immer die ersten zwei Stücke des aktuellen Albums "Bridge" vernimmt, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit über die Brücke und hypnotisiert. Von den ersten Glockenspielklängen an, die das "Bridge"-Thema anklingen lassen über den majestätisch losmarschierenden Chorus und Oliver Philipps ersten, eindringlichen Gesangslinien schlägt das alles so unmittelbar in den Bann, wie man schon eine Weile keinen ProgRock oder Melodic Metal mehr vernommen hat. Eine einzige Ansammlung von Ohrwürmern halt: "Across The Land", die wohl stärkste Nummer des Albums. Oder "Juliet", die etwas brutalere, etwas realistischere Fortsetzung der Geschichte des berühmtesten Liebespaares der Weltliteratur, das mit zusätzlichen Vocals von Gunter Theys (Ancient Rites und Danse Macabre) zusätzliche Power gewinnt. Oder die mittelalterliche, wieder sehr rattenfängerisch klingende Lautennummer "Travelling Shoes". Oder dem Midtempo-Opus "Driven", bei dem Olivers charismatische Stimme immer merkwürdig an Eloy erinnert (aber gottlob ohne den grauenhaften deutschen Akzent von damals). "Ten Years Late" verursacht allerspätestens Gänsehäute im Kuhhaut-Format, wenn man auf den so klugen wie bestürzenden Text achtet (wieder eine Zweierkiste der ganz besonderen Art...). Oder das "Wir können auch anders, nämlich wie Dream Theater oder MacAlpine"-Showpiece "Puppet Show"... Und so weiter: Es finden sich einfach keine Durchhänger oder Füller auf diesem 56minütigen, fast durchgängig mitsingbaren Prachtstück von einer CD, die mit einem artigen Kratzfuß vor Billy Joel bei "The Bridge" kongenial ausklingt.

Diese Typen können mit ihren augenzwinkernden Verweisen auf die Musikgeschichte mindestens ebenso virtuos umgehen wie mit Wort(spiel)en, Gefühlen und ihren Instrumenten. Das ist schon fast magisch. Vor ein paar hundert Jahren hätte man sie ganz sicher gejagt und verbrannt (siehe ganz oben).



-Klaus Reckert-



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