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Tonträger-Review
 
Tom Liwa - 2 Originals

Platte der Woche

KW 38/2002


Tom Liwa - 2 Originals
Normal/Indigo
Format: 2CD

Nun hat es Tom Liwa geschafft: Im Stile der alten "2 Originals" Doppel-LPs mit Wendecover überrascht uns der Poet im Liedermachermantel kurze Zeit nach "Lopnor" mit einer Doppel-CD. Dabei schafft es der Meister tatsächlich, 33 Songs und zwei Toms unter's Volk zu bringen. Da ist zunächst der ernste Tom, so wie wir ihn kennen und lieben: Auf "Ich reite ein Pferd auf dem sonst nur Frauen reiten" zog er sich ganz katatonisch mit seinem Produzenten und Bassisten Peter Herrmann in ein kleines Ferienhaus zurück und spielte und sang ansonsten alles alleine. Liwas "Gegenstück zu Schubert's Winterreise" ist dabei erstaunlicherweise weit weniger spröde als z.B. das Material von "Lopnor", das er ja mit Florian Glässing einspielte. Ganz im Gegenteil: Entpannt, heiter und federleicht kommen die neuen Solo-Stücke daher. Auf Stücken wie "Spät" und "Leicht" schrieb er sich zudem einige der schönsten Melodien auf den Leib, die ihm bislang einfielen. Das alles noch thematisch zu kommentieren, sollten wir aus Platzgründen dann lieber bis zum nächsten Interview zurückstellen. Auf der zweiten CD, "Nostalgia No Existe" gibt es dann den lustigen Tom - alias Petrosilius Zwackelmann. So jedenfalls verkleiden sich Tom und die Brüder Till und Eddie Steinenbach und Thom Block auf dem besagten Wendecover. Das passt aber auch, denn die Band macht herzzerreißenden, hexenmeisterischen Hardcore Punk. Da wird geschrammelt, gebrüllt und gehobelt, dass die Späne fliegen. Natürlich hat Tom hier gewissermaßen das "Handicap" zu übewinden, dass er - nur weil rumgeholzt wird - nicht plötzlich das Songwriting verlernt hat. Und so gibt es dann wunderlich vertrackte Schrammel-Kunstwerke wie "Bitter Banana" Kopf an Kopf mit gutturalen Brüllorgien wie "Wisent" oder "Durpst" (!) zum Schluss wird gar noch Bob Marley bemüht und mit "Redemption Song" klingt ein Album aus, bei dem man sich noch bevor es endet sich bemüßigt fühlt, aufwachen zu möchten.


-Ullrich Maurer-




 
 
 

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