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Missa Mercuria - Missa Mercuria

Missa Mercuria - Missa Mercuria
Generation/Alive
Format: CD

Dies ist ein Prachtjahr für Naturkatastrophen und Preis- sowie Abgabenerhöhungen, doch auch die Ernte an guten Rockopern ist immerhin rühmenswert: Nach Tobias Sammets Teil II des wunderbaren "Avantasia"-All Star-Projektes wusste Daniele Liveranis italienische Buffo-Oper "Genius" - wie in diesem Kino bemeldet - gleichfalls schon sehr zu gefallen, auch und vor allem wegen der unglaublichen Gästeliste dieses Albums.

Und nun also Missa Mercuria, ein um die vier Elemente gesponnenes Projekt, geschrieben von dem von Silent Force und Royal Hunt stadtnotorischen Sänger DC Cooper und dem Spitzengitarristen Alex Beyrodt (Silent Force), mit den Vanden Plas-Musikern Günter Werno und Stephan Lill sowie Alfred Koffler von Pink Cream. Die "Messe", die uns hier gelesen wird, wächst langsam, aber gewaltig: Während die Overtüre "Earth's Destruction" noch etwas unvermittelt mit hartem Riffing loszuschrubben scheint, führt spätestens das atmosphärische, getragene "Requiem Mortale" perfekt in diesen musikalischen Mikrokosmos ein. Auf "Divine Spark" meldet sich daraufhin erstmals "Feuergott" DC Cooper zu Wort. Mit "Whisper Of The Soul" und untermalt von einem typischen, kraftvollen Within Temptation-Riff antwortet ihm in der Rolle der Wassergottheit Sabine Edelsbacher (von den Senkrechtstartern Edenbridge). Tief und samtig ist die Klangfarbe von Laurie Williams, die auf der gleichnamigen, kraftvoll zwischen opulentem Artrock, Soul und Pop aufgehängten Nummer als "Mother Earth" figuriert. Auf "Spirit Of Wisdom" verschafft sich nun der hierfür einfach perfekt ausgewählte Andy Kuntz von Vanden Plas als Gottheit der Lüfte Gehör: Dieser Track bietet alle Trademarks, die auch das letzte Plas-Album ausgezeichnet haben: Subtile Phrasierung, umwerfende, ohrverwurmende Melodiefülle und dennoch Power und Leidenschaft ohne Ende. Nach diesem ersten Höhepunkt verschafft das nachdenkliche Instrumental "Illusion Of Time" eine kleine Atempause, aber ohne ein Hänger zu werden, denn da bricht schon das Titelstück des Albums los, eine grandios angelegte ProgRock-Nummer, die primär vom Kontrast zwischen hartem Metal-Riffing und dem lyrischen Sopran von Isolde Groß lebt. Dem Stück ist einzig und allein vorzuwerfen, dass seine Rhythmusgitarrenspur nahezu Ton für Ton von Dream Theaters "Ytse Jam" geklaut ist...

Mit diesem kleinen Lapsus versöhnt unmittelbar das Auftreten des "Erzählers" David Readman, bekannt und beliebt von den deutschen Sympathiebolze(r)n Pink Cream. Sein erster Beitrag "The Fairytale Of Truth" gehört zum Schöneren, was dieses Jahr bislang überhaupt im Bereich Melodic Metal zu vernehmen war. (Sollte sein Vorgänger bei den Pink Creamies, Andi Derris, der P.C. verließ, um den unersetzlichen Michael Kiske zu ersetzen und fortan langweilige Lieder zu singen, diese Nummer hören, wird er sich vielleicht ein wenig am eigenen Hintern knabbern...)

Zu einer Oper gehören Duette wie gesetzebrechende Politiker zur FDP - und so umschlingen sich auf "Farewell For Love's Sake" die Gesangeslinien von Isolde Groß und DC Cooper denn auch auf's Zärtlichste. "Departure For Fear" und "Strange Desert Walk" sind wieder hochgradig aparte und von jeweils elektrisch verstärkten bzw. akustischen Gitarren dominierte Instrumentalstücke. Mit einem "Perfect Strangers" (Deep Purple) entlehnten Intro folgt "Bursting Ego", für das die phantastische Band um die Herren Lill, Koffler und Beyrodt ein mächtiges Powerballadenfundament legt, über dem Mr. Readman so richtig brillieren kann. Kurzes Nachwirken mit dem geheimnisvollen Instrumental "Down To Hell", bis die Missa mit dem Readman-Stück "Rectificando" und dem leicht verkitschten "New Eon Arises" verklingt.

Unter dem berühmten Strich: Das Konzept sieht auf den ersten Blick etwas kalkuliert und nach "jetzt wollen wir aber auch mal eine Rockoper machen" aus. Der erste Blick täuscht - diese 64 Minuten strotzen vom ersten bis zum letzten Takt nur so von Musikalität und Passion. Eine der stärkeren Neuveröffentlichungen des in dieser Hinsicht wahrlich nicht armen Jahres 2002 im Bereich Power, Melodic und Progressive Metal!



-Klaus Reckert-



 
 
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