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Cradle Of Filth - Damnation And A Day

Cradle Of Filth - Damnation And A Day
Sony Music
Format: CD

Bloß gut, dass wir hier nicht zum Schwärmen neigen! Bislang waren C.O.F. eine Black Metal Band, die man von vorneherein mögen musste, um durchgängigen Spaß an Alben wie "Dusk And Her Embrace" oder "Bitter Suites To Succubi" zu haben. Das ist mit "Damnation And A Day" vorbei: Dieser auf dem Major Sony erschienene Dröhnträger birst derartig vor Musikalität, Ideen und Abwechslungsreichtum, dass nahezu jeder Rockfan, der nicht per se vor etwas "Härte" erschrickt, hier ungefährdet ein Ohr riskieren könnte.

Das Magnum Opus der Briten um Frontkreische Dani Filth läuft über satte 77 Minuten, wird durch eine inhaltliche wie musikalische Klammer zusammengehalten und überrascht doch auch im x-ten Durchlauf noch, zu welchem eine hier enthaltende, schlicht suchtbildende Ohrmade - wir kommen später noch dazu - einen einfach zwingt, selbst wenn eigentlich 17,5 andere CDs zur Besprechung anstünden.

Dieses tiefschwarze Vergnügen beginnt mit einem Gewitter, sodann hören wir das erste Mal den durch dieses Konzept führenden, unendlich müde, weil allesgesehenhabenden Erzähler (bei dessen Stimme selbst unerschrockene Gesellen in einsamen Nächten etwas unruhig werden könnten). Es folgen unheilverkündende, nach Bizets "Dies Irae" ebenso wie nach ganz alter Filmmusik klingenden Chöre, die dann mit "The Promise Of Fever" in die erste "klassische" Black Metal-Nummer auszubrechen, die aber mit sowohl unverzerrtem weiblichem Gesang wie auch Death Metal-Growls stilistisch stark aufgelockert ist. "Damned In Any Language", zwei weitere Stücke später, ist wieder eine dieser instrumentalen Attacken auf unsere Gänsehaut, der Erzähler tönt von eigentlich unsagbarem Grauen und dann fliegt uns mit "Better To Reign In Hell" so etwas wie der erste potenzielle Nummer Eins-Hit des Black Metal um die Ohren. Diese Mischung aus hypnotischem Rockriff, Danis krankem Gezischele und der Einleitung mit Orchester und Chören, die dem Soundtrack aus "Tanz der Vampire" entsprungen sein könnte, hat man so noch nicht gehört - will man aber danach gleich immer und immer wieder hören.

Immer wieder beeindruckend auch das Zusammenwirken der Band mit dem ungarischen Symphonieorchester, das die Streicherparts eingefiedelt hat. Da der Rest des Albums annähernd das magisch hohe Niveau von "Serpent" zu halten vermag, kann man von der besten extremen Metal-Veröffentlichung des Jahres sprechen. Oder könnte man, wenn nicht zeitgleich die kaum noch etwas unglaublichere Emperor-Compilation herauskommen würde (vgl. aktueller Review auf Gaesteliste.de). Aber das ist ja auch eine eine "Best Of"-Compilation, insofern ist der Vergleich ohnehin nicht ganz fair. Hört euch einfach "Better To Reign..." an und holt euch selbst diese Ohrwurmplage...



-Klaus Reckert-




 
 
 

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