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Anyone's Daughter - Requested Document Live 1980-1983 Vol. 2

Anyone's Daughter - Requested Document Live 1980-1983 Vol. 2
Tempus Fugit/InsideOut/SPV
Format: CD/DVD

Time Tunnel! Mit dem Einlegen dieser CD oder gar der beigepackten DVD wirft dich eine unwiderstehliche Macht zurück in die frühen deutschen, krautrockigen 80er, die Zeit von Grobschnitt, Eloy, Wallenstein, Hölderlin und - ja, genau - Anyone's Daughter. Nach einem frühen Stück von Deep Purple benannt (wie Gründungsmitglied Matthias Ulmer Gaesteliste.de netterweise verriet) stellten die Töchter aus gutem Hause eine qualitativ entschieden im obersten Sechstel der Krautergesellschaft anzusiedelnde Bereicherung dieser Szene dar. Zwar auch mit viel Anspruch (wie etwa Novalis, deren Lyrik aber immer stets nur schwer zu ertragen war, oder?), aber dabei auf höchstem spielerischen Niveau und vor allem ohne die verstockte Miesepetrigkeit, die viele deutsche Bands dieser Epoche auszeichnete (wohl, weil sie sich nicht ernst genommen fühlten). Dass die Daughters auch and gerade live eine Macht waren, beweist der zweite Teil der "Requested Document"-Serie, der nun vorliegt.

Es ist ein wenig Geschmackssache - der eine oder andere schätzt die englische Kiste der Daughters sicher mehr als die diese CD dominierenden deutschsprachig besungenen Titel mehr. Wem es jedoch gelingt, sich auf Gedichte wie "Puppenspiel" oder eine eingedeutschte Fassung von UK's "In The Dead Of Night" einzulassen, der wird u.a. mit einer Version des Stückes belohnt, das so wie die Band heißt (aber nicht das von Deep Purple). Dieses sollte in in der Sammlung keines Menschen fehlen, der irgendetwas für Krautrock, symphonische, progressive oder klassisch beeinflusste Musik über hat.

Die DVD bietet einen Filmmitschnitt eines Konzertes von '81 in Frankfurt/M. Nicht mehr und nicht weniger, keine Boni, keine Blickwinkelmätzchen, dafür aber die Möglichkeit, diese durch und durch sympathischen, nie zu Großmanssucht neigenden Musikern auch optisch besser kennenzulernen. Hochambitioniert, aber gelungen etwa die "Hermann-Hesse-Lesung zur Musik" von "Piktors Verwandlungen". Lohnt.

PS: Apropos lohnt - das obenbeschriebene Doppelpack aus CD wird erst wirklich komplett durch seinen Vorgänger "Requested Document Live 1980-1983" (ebenfalls vom Label Tempus Fugit, aber im Vertrieb von Point Music), das mit "Adonis", "Thursday", "Blue House" oder "Tanz und Tod" wirklich alles Wichtige und Schöne der Daughters umfasst.

PPS: Unter gleichem Namen, aber mit Matthias Ulmer als einzig verbliebenem Originalmitglied macht eine Band heute völlig andere Musik: Das aktuelle Opus Danger World ist mehr der AOR/Easy Listening-Ecke zuzuordnen.



-Klaus Reckert-




 
 
 

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