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Abydos - Abydos

Abydos - Abydos
InsideOut/SPV
Format: CD

Im bescheidenen Untertitel heißt dieses Magnum Opus "The little boys' heavy mental shadow opera about the inhabitants of his diary". Man merkt schon: Hier wird gewortspielt, auf klassische musikalische wie literarische Medien angespielt, das Neonzeichen "Anspruch" leuchtet mehrfach kräftig auf - und da ist für ein solches Projekt natürlich ein Name wie Abydos gerade angemessen. Handelt es sich doch hierbei um die legendäre Stätte, wo im alten Ägypten Osiris mit frühen, kultischen Theateraufführungen verehrt wurde. Die auch heute noch absolut besuchenswerte Stadt liegt übrigens eine knappe Tagesreise von Luxor und dem "siebentorigen Theben" mit seinem einzigartigen Tal der Könige entfernt und nicht etwa IN diesem Tal, wie das sonst so kenntnisreiche Labelinfo uns nahezulegen versucht.

Wie auch immer und Exkurs Ende: Für sein Soloprojekt Abydos hat sich der ehemalige Musicalstar und langjährige Vanden Plas-Sänger Andy Kuntz mit Stefan Glass (guit, keyb; u.a. Mixer bei Angra...), Michael Krauss (Gitarre, Keyboards) sowie dem Vanden-Drummer Andreas Lill zusammengetan. Das Gesamtkonzept aus Text, Musik und von zwei Künstlern nach Kuntzens Vorstellungen entwickeltem Artwork soll auf dem Verlust des Vaters sowie drei weiterer Lieben des Sängers beruhen bzw. Teil dessen Verarbeitung sein.

Die resultierende manchmal süßliche ("Far Away From Heaven") und fast immer schamlos bombastische Musik vermittelt einen ganz guten Eindruck davon, was passiert, wenn Herrn Kuntz das Feedback seiner ja ohnehin nicht unbedingt als trocken rockende Stammband bekannten Mitmusiker verloren geht. Man lasse sich etwa mal die bei Pink Floyd entlehnten Bläsersätze und die so überhaupt nicht gehenden Knaben-[?]Chöre von "You Broke The Sun" oder die Queen-Zitate von "A Boy Named Fly" auf den Gehörknöchelchen zerlaufen.

Vielleicht wüsste dieser Mikrokosmos und die enthaltenen zahllosen Ideen ja schon etwas mehr in den Bann zu schlagen, wenn nach Machart der mittlerweise fast unzähligen Rockopern auch hier wirklich auch mal andere Sänger in die diversen im Konzept vorbereiteten Rollen hätten schlüpfen dürfen. Zumindest auf dieser Platte aber hat man sich ausschließlich mit Kuntz' Tremolieren abzufinden, doch sollen Theateraufführungen der Story bereits in der Pipeline sein. Sperrig, überheblich, anstrengend und doch irgendwie interessant.



-Klaus Reckert-




 
 
 

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