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Mike Keneally + Metropole Orkest - The Universe Will Provide

Mike Keneally + Metropole Orkest - The Universe Will Provide
NPS Output/Favored Nations/Rough Trade
Format: CD

Mike Keneally, Baujahr '61, hat '71 begonnen, Gitarre zu lernen, nachdem er "I'm A Rock" von Frank Zappa gehört hatte. Weitere 16 Jahre später wurde er bei (legendär schweren) Auditions seines Idols FZ akzeptiert und gehörte dessen Band von '87 bis '88 als Keyboarder, Sänger und "Stunt-Gitarrist" an. In letzterer Funkton war er immerhin Nachfolger von u.a. Adrian Belew und Steve Vai. Seither hat Keneally mit u.a. dem Zappa-Sohn Dweezil, Screaming Jay Hawkins oder dem indischen Meistergeiger Lakshminarayana Shankar gearbeitet, '92 folgte das erste Soloalbum und '94 die Taufe seiner Band zu "Mike Keneally & Beer For Dolphins".

Mit seinem FZ-Vorgänger Vai hatte Keneally schon u. a. "For The Love Of God" eingespielt und eine Welttournee im Jahr 2000 bestritten. Mit "The Universe Will Provide" (TUWP), das auf Vais Label erscheint, setzt der New Yorker gleich mehrere Dinge fort beziehungsweise führt sie zu ihren logischen Extremen: Zappa experimentierte neben dem Synclavier auch viel mit Orchestrierungen und war neben Egar Varese auch fasziniert vom "klassischen" Komponisten Pierre Boulez, der wiederum Zappa Werke mit dem LSO aufführte ("Boulez Conducts Frank Zappa"). Auch Steve Vai hat sich inzwischen diesbezüglich anstecken lassen und ganz aktuell mit dem niederländischen Metropole Orkest ein bislang noch nicht offiziell veröffentlichtes Orchesterwerk ("The Aching Hunger") eingespielt. Keneallys bereits 2003 entstandene neoklassische Komposition für Gitarre, Symphonieorchester und blitzenden Wahnsinn entstand wie Vais "Hunger" als durch das von öffentlichen Geldern geförderte "NPS Output"-Programm, bei dem Künstler mit dem Metropole Orkest kooperieren können und die Ergebnisse später in einem eigenen Radioformat augestrahlt werden.

Als Katalysator fungierte der niederländische Radioproduzent Co de Kloet, dem Keneally noch durch Zappa vorgestellt worden war. Orchestriert von Keneally und Chris Opperman und aufgeführt von Keneally an Tasten und E-Gitarre sowie dem 50-köpfigen Orchester unter Leitung von Dirigent Jurjen Hempel entstand ein schwer vergleichliches modernes "Orchesterwerk", das teils an Zappa ("Strictly Genteel" von den "Orchestral Favourites" weht etwa in "All Of Them Were Quiet" vorbei), teils an George Martin (Beatles) oder Andrew Powell (Cockney Rebel, Alan Parsons, bei "Mwah2"), teils an Jean Luc Ponty meets Capt. Beefheart (in den bluesigen Passagen von "Four Slices Of Toast"), teils an eine komplett ausrastende Muppet Show-Band und teils an überhaupt gar nichts Bekanntes mehr erinnert. Faszinierend, störrisch und aufstörend. E-Musik, die eine Auseinandersetzung wirklich lohnt.

PS: Über Keneallys Website (siehe unten) wird auch eine Limited Edition-Doppel CD inclusive Bonus-Scheibe "Parallel Universe" vertrieben. Diese soll neben ersten Computer-Skizzen zu TUWP auch unveröffentlichtes Material sowie Live-Aufnahmen vom Holland Festival 2003 enthalten.



-Klaus Reckert-




 
 
 

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